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In »State Of Decay 2« ist der Weltuntergang ein Vollzeitjob

Depressionen, Panik und soziale Konflikte: Mit »State Of Decay« wurde das postapokalyptische Survival-Genre im Jahr 2013 zur nervenaufreibenden Gruppentherapie. Eine besondere Idee, die auch den nun erschienenen Nachfolger strahlen lässt.

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Zombies haben in der Popkultur viele Funktionen, in der Regel bedeuten sie aber erstmal eines: Schwierigkeiten. Die Lösung dafür sieht in fast jedem Videospiel gleich aus. In »State Of Decay« sind die Untoten dagegen nur ein Problem von vielen. Leere Benzintanks, unpässliche Nachbarn, fehlender Strom, nass gewordene Lagerbestände oder Schlafmangel setzen der eigenen Enklave mindestens genauso zu. Strategische Komponenten, die das eher actionlastige Spiel von Undead Labs zu einer reizvollen Survival-Simulation gemacht haben, in der Voraussicht mindestens genauso wichtig war, wie abgesägte Schrotflinten. Damit wäre auch der Nachfolger treffend umschrieben, hat sich am Spielprinzip doch erstmal wenig geändert. So gilt es einmal mehr, die eigene Community mit Vorräten, Sicherheitsmaßnahmen und einem offenen Ohr bei Laune zu halten, während man die Welt mit wechselnden Charakteren wahlweise erkundet, plündert oder den ein oder anderen Nachbarschaftsdienst erledigt. Das bleibt insofern spannend, als dass der Tod hier unverhofft und erbarmungslos zuschlägt – stirbt ein Charakter, ist er für den Rest des Spieles weg.

Dass all diese tollen Ideen und Mechaniken auch im zweiten Teil stark unter technischen Problemen leiden, ist ärgerlich, aber kaum überraschend. Weitaus Irritierender sind dagegen die offensichtlichen Schwächen im Leveldesign. Hatte der Vorgänger noch eine über weite Strecken plausible und abwechslungsreiche Spielwelt zu bieten, muten die Vororte und Kleinstädte in »State Of Decay 2« oft sehr generisch an. Schauplätze, die irgendwie hängen bleiben, sucht man in der Regel vergeblich. Der neue Multiplayer-Modus, mit dem nun bis zu vier Spieler gemeinsam losziehen dürfen, ist erstmal eine willkommene Neuerung, hat aber näherer Betrachtung aber ebenfalls einen kleinen Haken. So kann hier nur jeweils der Fortschritt des Hosts weitergespielt werden, während alle anderen Begleiter lediglich die Beute aus ihren Multiplayer-Runden behalten. Von der Umsetzung her gedacht nachvollziehbar, so aber tatsächlich erst gegen Ende des Spieles wirklich interessant.

Dass »State Of Decay 2« trotz seiner offensichtlichen Schwächen immer wieder zu fesseln weiß, zeigt, wie stark die Grundidee dieses Spiels ist. Die logistischen und sozialen Herausforderung einer postapokalyptischen Miteinanders werden in keinem anderen Spiel so stimmig abgebildet, wie hier. Ein Aspekt, der sehr hilfreich dabei ist, über die technischen Probleme dieses Spiels hinwegzusehen – zumal es sich ohnehin um keinen klassischen Vollpreistitel handelt.

»State Of Decay 2« für Xbox One und PC (Microsoft / Undead Labs)

Microsoft

State of Decay 2 - [Xbox One]

Release: 22.05.2018