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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

»Her«

Immer donnerstags präsentieren wir euch die wichtigsten neuen Kinostarts und weitere Trailer.
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»Her«

 

Und der Golden Globe für die beste Hauptdarstellerin ging – ja, eben nicht an Scarlett Johansson. Nicht mal eine Nominierung bekam die 29-jährige Schauspielerin für ihre Rolle als Samantha in Spike Jonzes neuem Film »Her«. Die Hollywood Foreign Press disqualifizierte Johansson allein aus einem Grund: Sie ist im Film für keine Sekunde sichtbar.

Samantha, anscheinend die große Schwester von Siri, ist ein ultrakomplexes, intelligentes Betriebssystem, das nicht nur äußerst schnell lernt, sondern auch eine ausgeprägte Persönlichkeit besitzt – und eben eine Stimme. Und diese hat es Timothy Twombly recht schnell angetan. Der Liebeskummer geplagte typische Halbloser, der persönliche Briefe für Leute formuliert, die dazu nicht in der Lage sind (oder es zumindest glauben), wird so seltsam einfühlsam von Joaquin Phoenix gespielt, dass es einem immer wieder die Schuhe auszieht und zutiefst rührt.

 

Twombly hat einzig seine Nachbarin Amy (Amy Adams) als Lebenshilfe, bis Samanthas Stimme in sein Leben tritt. Ein Bild von ihr braucht er nicht; in einer Zukunft, die entweder nächste Woche oder 2020 ist, die Screens und Hologramme kennt und nutzt, vertraut er vor allen Dingen auf seinen Earplug, sein Bluetooth-Headset. In der Bahn und auf der Straße laufen überall Menschen mit ihren ultra-modernen Handys herum, doch die Hände bleiben still, denn die Sprachsteuerung ist das Mittel der Wahl. Umso weniger braucht man Scarlett Johanssons tatsächliche körperliche Präsenz, die ist eh in unser Pophirn eingebrannt. Und sich einfach mal von einer Stimme leiten zu lassen, während man im Kino sitzt, ist ungewohnt in einer Zeit, in der 3D und HFR von dramaturgischen und textlichen Mängeln ablenken (wollen). Dabei beschreibt genau dies den Schock, den unsere Urgroßeltern erlebt haben, als der Ton- den Stummfilm ersetzte. Das scheinen die Golden-Globe-Macher nicht unbedingt verstanden zu haben.

 

 

Auf der nächsten Seite: Weitere Filmstarts.

»Love Steaks«

Deutscher Film #1: Es ist eine von Regisseur Jakob Lass etwas anders inszenierte Liebesgeschichte, die sich zwischen Lara (Lana Cooper) und Clemens (Franz Rogowski) entwickelt. Die beiden arbeiten in einem Hotel, er als Masseur, sie als Köchin. Weil ja sonst nix los ist, kneten und salzen sie ihren Alltag mit reichlich Schabernack, bis am Love-Horizont ein düsterer Showdown droht.

 

 

»Deutschboden«

Deutscher Film #2: 2010 verfasste Moritz von Uslar, nie um eine journalistische Masche verlegen, seine »teilnehmende Beobachtung«, die André Schäfer nun verfilmte. Der »Deutschboden«, auf dem die Dokufiktion spielt, ist das Kaff Zehdenick in Brandenburg. Der Ich-Erzähler behauptet, er sei als Fremder gekommen und als Einheimischer gegangen. Wie mag man sich als Kinozuschauer fühlen?

 

 

»Banklady«

Deutscher Film #3: 1965 wurde Gisela Werler zur historischen Persönlichkeit, nämlich zur ersten deutschen Bankräuberin. So steht es in den Geschichtsbüchern und auch im Drehbuch zu »Banklady“ von Regisseur Christian Alvart. Nadeshda Brennicke spielt die Gangsterin, die gemeinsam mit ihrem Mann bei diversen Überfällen eine halbe Million D-Mark erbeutete und den Traum von Freiheit träumte.