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Sven Regener über sein neues Filmprojekt

»Hai-Alarm am Müggelsee«

Leander Haußmann und Sven Regener machen gemeinsame Sache. Der Element-Of-Crime-Sänger verrät, was für ihn einen guten Soundtrack auszeichnet.
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Leander Haußmann und Sven Regener (Element of Crime) verbinden in ihrer Komödie »Hai-Alarm am Müggelsee« Städte-Marketing mit schrulligen Figuren und ironischen Seitenhieben auf die deutsche Provinz. Neben Drehbuch, Regie und Produktion, zeichnet das Duo auch für den Soundtrack zum Film um den Hai-Jäger Snake Müller verantwortlich. Ein Low-Budget-DIY-Projekt aus ganzem Herzen, bei dem auch renommierte Schauspieler wie Henry Hübchen, Detlev Buck oder Katharina Thalbach gerne zum Taschengeldtarif dabei waren.

Leander Haußmann sieht seinen »Hai-Alarm am Müggelsee« in der Tradition von humoristischen Kleinbürger-Milieustudien wie »Willkommen bei den Sch’tis« und »Kopps«. Eine Kleinstadt-Albernheit, die der Gesellschaft den Spiegel vorhält und gleichzeitig ein Schlupfloch für Andersdenkende darstellt.

Die Zusammenarbeit mit Sven Regener bezeichnet der Regisseur als »faszinierend und unbegreiflich«. Eine mehr als fruchtbare Partnerschaft, so scheint es. Auch der Element-Of-Crime-Frontmann findet nur positive Worte für seinen Filmpartner Haußmann.

Bitte beschreiben Sie die Zusammenarbeit mit Leander Haußmann.
Sven Regener: Wie soll man so etwas beschreiben? Ich weiß ja selber nicht, wie und wieso das immer wieder funktioniert hat. Wir sind ja doch sehr verschiedene Menschen, aber vielleicht ja gerade darum. Wir sind ja wie eine Band: Er spielt Mundharmonika, ich Gitarre, das ist zunächst mal keine Gemeinsamkeit, im Gegenteil, aber man kann zusammen spielen, so sieht's doch aus. Und so lief das den ganzen Film über, er so und ich so und zusammen ging's dann.

Auf ihrer Homepage findet sich folgendes Zitat zum »Hai-Alarm«: »Wird der Hammer. Oder jedenfalls toll. Auf jeden Fall kein Scheiß. Oder wenn, dann heiß.« Jetzt ist der Film abgedreht. Und, ist er der »Hammer« geworden?
SR: Ich denke ja. Der Film ist »der Hammer«. Mich jedenfalls haut er jedes Mal wieder um, wenn ich ihn sehe. Und ich habe ihn schon verdammt oft gesehen. Wobei man sich schon fragen muss, wie einer beschaffen ist, also im Oberstübchen, der immer und immer wieder über die eigenen Witze lacht, also ich quasi. Aber ich habe Leander gefragt, und der sagt, das sei okay, und der muss es wissen!

Der Soundtrack dient als Erzähl-Element des Films. Wie entstanden die einzelnen Lieder?
SR: Parallel zur Arbeit am Drehbuch. Wenn wir dachten, wir bräuchten ein Lied oder müssten mal ein bisschen Soundtrack hören, spielten wir zusammen ein bisschen Musik und ich habe dann irgendwas gesungen. Wenn ein Text gebraucht wurde, habe ich eben über das einen Text gemacht, was da im Drehbuch gerade so los war, also Hai, Städtemarketing, Friedrichshagen, Müggelsee, Schwarzarbeit, Hai-Jagd, Alarm, Alarm, Alarm, sowas schreibt sich ja von alleine!

Was zeichnet einen guten Soundtrack aus?
SR: Dass man sich freut, wenn man ihn hört. Es gibt da wenige Regeln, nur verschiedene Richtungen. Bei diesem Film galt für uns: Ein Film, ein Sound, eine Stimme. Das legt sich dann auf den Film und verschmilzt mit ihm. In diesem Fall sind wir ja auch noch das Polizeiorchester und lassen die Leute im Film singen und so weiter, da ist alles erlaubt!

Songwriter, Drehbuchschreiber und Regisseure eint der Wunsch, Geschichten erzählen zu wollen. Was sind die Unterschiede in diesem Schaffensprozess, verglichen zwischen Musiker und Filmer?
SR: Ach, das ist so unterschiedlich, da wäre die Frage nach den Gemeinsamkeiten leichter zu beantworten: Beiden, also Musikern und Filmern, ist gemeinsam, dass das, was sie schaffen, ein Zwangstiming hat, im Gegensatz zu Büchern etwa, die der eine schnell, der andere langsamer lesen kann. Bei Filmen und Musik ist die Dauer der Sache definiert und vom Künstler bestimmt, ebenso wie beim Theater. Deshalb ist es so wichtig, dass man bei diesen Sachen als Künstler das Timing betreffend extrem präzise ist.



»Hai-Alarm am Müggelsee« startet am 14.3. in den deutschen Kinos.