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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Großstadtdrama

»Atomic Age«

»My whole world is coming apart«, singt John Maus. Junge Menschen tanzen.
Geschrieben am

Anziehung und Abstoßung werden ertastet, irres Discolicht flackert, aber die Figuren reden wie in einer Blase, ruhig, fokussiert: »Give me some love.« Héléna Klotz' fantastisch-düsterer Debütfilm verfolgt die beiden Protagonisten Victor und Rainer während einer Nacht im unheimlichen Paris. Irgendwann treffen sie auf eine Clique um den von Xavier-Dolan-Adonis Niels Schneider gespielten Yuppie Theo vor einem Nachtclub. Theo und seine Boys haben die rules of attraction verinnerlicht. Hedonistische zynische Player.

Ihre Anrufung der beiden jungen Hipster als arme Loser mündet in einer über Ketamin vs. Hasch, Büro vs. Boheme und ähnliche Fragen artikulierten Klassenauseinandersetzung, die zu Spacemen 3 (»Lord Can You Hear Me«) handfest wird. Für Klotz' Helden tragen diese Gegensätze Bedeutung, aber niemand kommt auf die Idee, mit einem Generationsbegriff zu hantieren. Der durch Kamerafrau Hélène Louvart und Soundbruder Ulysse Klotz in eine märchenhaft-hauntologische Licht- und Geräuschästhetik getauchte Film ist gleichzeitig homoerotische Liebesgeschichte, Großstadt- wie Adoleszenzdrama und in allen Kategorien bezaubernd gut.

»Atomic Age« (F 2012; R: Héléna Klotz; D: Eliott Paquet, Dominik Wojcik; Start: 16.08.)