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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Live @ The Rocket

Gregory Isaacs

DVD / Jet Star / Efa Ein wirklich höchst bemerkenswertes Dokument. Gregory Isaacs, der sich den Beinamen »cool ruler« in mehr als 30 Bühnenjahren wirklich verdient hat - und es auch heute noch tut -, bekommt mit diesem Mitschnitt eines Londoner Konzerts aus 2003 seine DVD-Premiere. Wer den überaus
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DVD / Jet Star / Efa
Ein wirklich höchst bemerkenswertes Dokument. Gregory Isaacs, der sich den Beinamen »cool ruler« in mehr als 30 Bühnenjahren wirklich verdient hat – und es auch heute noch tut –, bekommt mit diesem Mitschnitt eines Londoner Konzerts aus 2003 seine DVD-Premiere. Wer den überaus stilbewussten Anzugträger und seinen ungewöhnlich gebrochenen Lover’s Rock einmal live erlebt hat, weiß, wie viel Charme und Charisma der Mann auf der Bühne entwickeln kann. Und dass nicht nur Jan Delay Probleme mit den Polypen hat. Ausgerechnet an diesem Abend hat das nicht funktioniert, die Begleitband arbeitet solide, aber ohne jede Regung, was vielleicht cool rüberkommen soll, aber nur indifferent und teilweise aufreizend lustlos wirkt. Die Kamera bevorzugt halbnahe Einstellungen – und gleich zu Beginn sieht man auch, warum: Die ohnehin nicht gerade große Venue zeichnet sich hinter Reihe zehn durch eine gähnende Leere aus. Die Stimmung ist insgesamt eher mäßig und wird auch nicht durch den das Publikum zur Ordnung rufenden Conferencier besser, der einmal forciert aufstöhnt: »What an experience!« Isaacs selbst macht gute Miene zum schlappen Spiel, singt ein paar seiner Hits wie ›Night Nurse‹, ›Love Is Overdue‹, ›Border‹ oder ›Hard Drugs‹ und dazu reichlich Material des Albums ›Here By Appointment‹. Eine Zugabe gibt es noch, aber als sich danach kaum etwas im Publikum regt, nimmt der altgediente Artist nach 40 Minuten lieber eine Auszeit. Das hat Stil – und tut dem Ruf des Sängers keinen Abbruch. Wozu führt man schließlich Beinamen wie »Hitler« oder »Saddam«? Als kleines Extra gibt es noch ein Interview mit Isaacs, wobei es keine wirklich gute Idee ist, ein Gespräch mit einem Jamaikaner mit wenig heruntergemischter Hintergrundmusik zu untermalen. Allerdings ist der Mann hier wieder in Bestform und sehr charmant. Auf seine Art.