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Cecily von Ziegesar

Gossip Girl

“Es ist ein Luxusleben - aber, hey, irgendjemand muss es ja führen.” Dieser Satz rollt nicht, wie missgünstige Kleingeister vermuten mögen, unserem schwer arbeitenden Chefredakteur von der eloquenten Zunge, sondern wird von einem mysteriösen und anonym bleibenden “Gossip Girl” ausbuchstabiert. Das K
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“Es ist ein Luxusleben – aber, hey, irgendjemand muss es ja führen.” Dieser Satz rollt nicht, wie missgünstige Kleingeister vermuten mögen, unserem schwer arbeitenden Chefredakteur von der eloquenten Zunge, sondern wird von einem mysteriösen und anonym bleibenden “Gossip Girl” ausbuchstabiert. Das Klatschmädchen liefert mit seiner Szenetratsch-Website in gewisser Weise, ohne selbst je in Erscheinung zu treten, die Rahmenhandlung dieses Jugendromans, der spitzzüngig vom Lieben und Leiden der vergoldeten Jugend der stinkreichen New Yorker Upper East Side erzählt. “‘Sex And The City’ für Teenies”, fachsimpelten kundige Stimmen schon zu diesem leichtfüßigen Roman, in dessen Zentrum die beiden Freundinnen/Rivalinnen Blair und Serena stehen, die rund um ihre privilegierte Privatschul- und Society-Event-Existenz noch genügend Zeit dafür haben, sich zu mobben, voll laufen zu lassen oder den Freund auszuspannen.

Im Gegensatz zur glatt polierten Oberfläche der TV-Serie blättert hier aber ordentlich der Lack ab: Da werden sich die guten Figuren teilweise erkotzt, dem Alkohol über Gebühr zugesprochen, Wohltätigkeitsbälle nur für Dinge abgehalten, die nicht abstoßend sind (keine Obdachlosen bitte, igitt!), und der reiche junge Schönling mit dem After-Shave-Model-Look ist ein äußerst unappetitlicher Frauenbegrapscher. Auch wenn das schnörkellos schnoddrig erzählte Werk für alle Figuren versöhnlich happy endet, würde man sich so herzerfrischende Attacken auf das schöne Leben auch mal für “SATC” wünschen.

Bertelsmann, 245 S., EUR 9,90)