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Ohne idiotischen Science-Fiction-Fantasy-Plot

Gone Home

»Gone Home«, eine Art PC-Adventure, erzählt tief aus der Seele der 1990er-Jahre. Kassetten von Riot-Grrrl-Bands und verstaubte Erinnerungen inklusive.
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Einen schonungslos präzisen Blick auf die 90er wirft »Gone Home«. Das Spiel funktioniert wie ein Shooter aus der Ich-Perspektive, verzichtet aber auf alle unnötigen Spielmechanismen. Eine junge Frau kehrt nach einer langen Europareise zurück in das Haus ihrer Familie in den USA. Alle sind weg, die Eltern, auch die kleine Schwester. Was ist passiert? Um das herauszufinden, hört der Spieler den Anrufbeantworter ab, blättert im Küchenkalender und stöbert in Kommodenschubladen. Die Briefe, Bücher und zerknüllten Notizen erzählen von der rostigen Ehe der Eltern, der stockenden Karriere des Vaters, dem schwierigen Umzug in das neue Haus. Vor allem Sam, die Schwester, hat ein hartes Jahr erlebt. Sie eckt in der neuen Schule und bei ihren spießigen Eltern an. Sie verweigert die Autoritätshörigkeit, die man selbstverständlich von ihr erwartet. Dann aber entdeckt sie mit Lonny eine neue Freundin und Riot-Grrrl-Bands wie Bratmobile und Heavens To Betsy. Hier und da findet man im Haus sogar Kassetten, die man auch wirklich einlegen kann.

Spätestens hier ist »Gone Home« Meilen von dem entfernt, was Videospiele normalerweise sind. Jahrzehnte verstaubter Konventionen werden einfach abgeschüttelt. Hier gibt es keinen idiotischen Science-Fiction-Fantasy-Plot, keine Waffen, keine Geister, die in frickeligen Minispielen ausgetrieben werden müssten. Stattdessen setzt »Gone Home« einen genial einfachen Einfall um: Durch ein verlassenes Haus zu stöbern, Menschen über ihre Spuren kennenzulernen, das kann jeder verstehen. Man muss keine Videospiele mögen, um »Gone Home« spannend und ergreifend zu finden. Vielleicht muss man sich nicht einmal an die Neunziger erinnern.

 

 



»Gone Home« als Download für PC, Mac und Linux unter www.gonehomegame.com (Fullbright)

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