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Rutschpartie und Hochgefühl

»Gilliamesque«

Aus der Einöde in Minnesota über New York und London nach Hollywood. Im Leben von Terry Gilliam besteht kein Mangel an spannenden Erlebnissen. Zum Glück hat der Regisseur mit »Gilliamesque« jetzt eine Autobiographie geschrieben.
Geschrieben am
Weihnachten ist eine gute Gelegenheit, sich Bücher schenken zu lassen, die man sich selbst vielleicht nicht gönnen würde. Oder eben, solche guten Stücke zu verschenken. »Gilliamesque« empfiehlt sich in beiden Fällen als perfekter Kandidat. Die Autobiographie von Terry Gilliam ist ein opulent gestaltetes Buch, das viel zu unterhaltsam ist, um nur dekorativ auf dem Couch-Tisch zu liegen.  

Gilliam erzählt sein Leben eher im Stil einer langen Unterhaltung am Kamin, statt eines Vortrags des empirischen Chronisten. Kommentare zu Leben, Gesellschaft und Gegenwart mischen sich unter detailreiche Erzählungen der persönlichen Geschichte. So zeichnet Gilliam seinen Weg von einer Kindheit im eisigen Minnesota, über die Arbeit als Illustrator und Cartoonist, Stationen in New York und L.A. bis zu einem wichtigen Zwischenstopp in London und den Erfolg von Monty Python nach. Es folgt die dritte Karriere als Regisseur von Klassikern wie »Time Bandits«,  »Brazil«, »Fear And Loathing In Las Vegas« oder »12 Monkeys«. Man merkt, an eindrücklichen Erlebnissen und interessanten Begegnungen besteht kein Mangel und Gilliam gelingt es, das alles in rund 290 Seiten zu verdichten.  

Was »Gilliamesque« neben dem kurzweiligen Erzählstil besonders unterhaltsam macht, sind zahlreich nachträglich eingefügte Anmerkungen, Illustrationen und selten gesehene Fotos. Zudem schafft es die Übersetzung, den Witz des Autors stimmig wiederzugeben, so dass man nicht selten meint, der 75jährige lese selbst spitzbübisch brummelnd die Anekdoten vor. Das Buch sei „eine Hochgeschwindigkeitsjagd durch ein Leben voller Unfälle und Rutschpartien, in der die besten Momente nur so an einem vorbeirauschen“, kommentiert Terry Gilliam im Vorwort, das hier als Warnung betitelt ist. 

Terry Gilliam

Gilliamesque: Meine Prä-posthumen Memoiren

Release: 16.11.2015