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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Genre-Wundertüte

Cold Blood

Zwei Genres gibt es bereits, eins wird einfach dazuerfunden: »Cold Blood« ist Krimi, Western und Schneematsch-Thriller in einem.
Geschrieben am

In Michigan, das weiß man seit Michael Moore, läuft man gerne bewaffnet durch den Winter. Falls es zu kalt wird, kann man sich was frisch Erschossenes auf die Füße legen.

Im US-Debüt des österreichischen Oscar-Regisseurs Stefan Ruzowitzky kann gar nicht genug Neuschnee fallen, um all die Blutspuren zu verdecken, die in den Wald führen. Angerichtet werden sie zum größten Teil von zwei Gangster-Geschwistern namens Liza und Addison, die sich nach einem gescheiterten Casinoüberfall nach Kanada absetzen wollen.

Dabei sind sie auf die Gefälligkeiten von Fremden angewiesen, die ihrerseits eine recht holprige Vergangenheit haben. Liza wird von einem Ex-Sträfling auf Elternbesuch mit nach Hause genommen, Addison läuft einem renitenten Provinzsheriff in die Arme. »Cold Blood« erinnert nicht von ungefähr an tiefgekühlte Klassiker wie »Fargo« und »A Simple Plan«, in denen ebenfalls tüchtig vom Schlitten gefallen wird. Statt wüster Gewalt dominiert auch hier die elegant gesetzte Spannung, auf der die minutiös durchgeplante Story dahinschnurrt wie eine schwarze Katze in einem bösen Märchen.