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Forever Young mit Francis Ford Coppola

Jugend ohne Jugend

Rumänien im Jahr 1938. Der 70-jährige Linguistik-Professor Dominic Matei (Tim Roth) hat keine Lust mehr aufs Leben.
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Rumänien im Jahr 1938. Der 70-jährige Linguistik-Professor Dominic Matei (Tim Roth) hat keine Lust mehr aufs Leben.


 

Er fährt nach Bukarest und mietet sich in einem Hotel ein. Als er am Nachmittag in ein Unwetter gerät, trifft ihn der Blitz. Doch Matei ist nicht tot - stattdessen erwacht er als in Mullbinden gehülltes Stück Fleisch im Krankenhaus, in dem ihn ein Arzt (Bruno Ganz) mit ganzer Hingabe pflegt.

Prompt wird Matei nicht nur gesund, sondern auch körperlich und geistig verjüngt: Als er die Klinik verlässt, ist er ca. 40 Jahre alt. Seine Erneuerung und sein exzellent entwickelter Geist (er spricht Sanskrit, kann Bücher lesen, indem er einmal mit der Hand darüber "scannt", lernt Sprachen innerhalb weniger Tage) sind ein Medienereignis, und bald stehen Nazi-Wissenschaftler vor seiner Tür. Matei entschließt sich zur Flucht und lebt fortan in der Schweiz. Dort lernt er die junge Veronica (Alexandra Maria Lara) kennen, die ihn an seine große Liebe Laura erinnert. Als sie nach einem Autounfall in eine Höhle fällt, wird sie von Matei gerettet. Und, oh Wunder, auch Veronica spricht plötzlich diverse alte Sprachen und wird so zu Mateis wichtigstem Forschungsobjekt ...


 

Der Film basiert auf einer Erzählung des rumänischen Religionsphilosophen und Schriftstellers Mircea Eliade. Regie-Altmeister Francis Ford Coppola hat daraus einen gewaltigen 120-Minüter voll von Mystik, Wissen, Philosophie und schönen Landschaftsbildern (u. a. Indien und Malta) gebastelt, der einen ob seiner Bilderflut und diverser Erzählebenen fasziniert, aber auch verwirrt. Hauptdarsteller Tim Roth wächst förmlich über sich hinaus; die anderen Akteure, die Coppola allesamt aus dem von ihm so geschätzten "Untergang" gecastet hat, sind ebenfalls brillant. Nur als A. M. Lara des Nachts einmal einen Anfall hat und schweißgebadet Babylonisch redet, ist es genau das Quäntchen too much.