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Flucht aus der Utopie

Logan’s Run – Flucht ins 23. Jahrhundert

Eine Wiederentdeckung aus der Blütezeit des Science-Fiction-Films. Der Klassiker „Logan’s Run“.
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Eine Wiederentdeckung aus der Blütezeit des Science-Fiction-Films. Auf die ersten Schritte auf dem Mond folgte der wirklich große Sprung für die Menschheit. Das Kino widmete sich verstärkt der Science-Fiction und schuf ewige Klassiker wie „
Logan’s Run“.

Im Nachhall des amerikanisch-sowjetischen Wettlaufs ins All und vor dem Hintergrund der ersten Mondlandung erblickten in den 70er-Jahren zahllose Science-Fiction-Klassiker das Licht der Leinwand. Mit der Mondlandung wurde eine jahrhundertealte Fantasie von der Realität und dem technischen Fortschritt eingeholt und im Science-Fiction-Film ein thematischer Wandel erzwungen. Der Mond und Weltraumabenteuer auf entfernten Planeten waren zunächst nicht mehr sonderlich interessant, stattdessen rückten aktuelle politische, gesellschaftliche und psychologische Themen in den Fokus des Interesses.

Die Bedrohung durch das Fremde wich etwa Gefahren des wissenschaftlichen Fortschritts, wie der eines Atomkrieges. Daneben waren es vor allem selbst verursachte Bedrohungen ökologischer und technologischer Natur, derer sich die Menschheit fortan filmisch erwehren musste. Filme wie „Soylent Green“, „Silent Running“, „A Clockwork Orange“ oder „Westworld“ stehen beispielhaft für diese Entwicklung.

Einer der ungewöhnlichsten und zugleich herausragenden Science-Fiction-Filme dieser Zeit ist „Logan’s Run – Flucht ins 23. Jahrhundert“ aus dem Jahr 1976. Eine dystopische Gesellschaft, die unter gigantischen Glaskuppeln von einer scheinbar postnuklearen Außenwelt abgeschirmt wird. Unter der Kuppel der Metropole leben die Menschen in einem hedonistischen Paradies. Alle Dienstleistungen sind ihnen abgenommen, stattdessen verbringen die Bewohner ihre Tage in Freizeitanlagen. Doch das sorgenfreie Leben ist teuer erkauft. Es endet im Alter von 30 Jahren im Karussell. Angeblich wartet nach diesem Ritual der Erneuerung die Wiedergeburt, doch in Wahrheit werden die Menschen getötet. Sogenannte Läufer, die sich dem Karussell zu entziehen versuchen, werden von den Sandmännern gejagt. Die Läufer träumen von einer Zuflucht an einem mythischen Ort außerhalb der Kuppel namens Sanktuarium. Der Sandmann Logan 5 (Michael York) wird auserkoren, die Läufer zu infiltrieren und Sanktuarium zu zerstören. Er begleitet Jessica 6 (Jenny Agutter) in den Untergrund der Läufer und beginnt umzudenken. Fortan versucht er, gejagt von seinem ehemaligen Partner (Richard Jordan), aus der Kuppel zu entkommen, ohne zu ahnen, was ihn und die Menschheit dort erwartet. Ein wahrhaft eskapistischer Genre-Meilenstein!


Intro empfiehlt:
Logan’s Run – Flucht ins 23. Jahrhundert
(USA 1976; R: Michael Anderson; D: Michael York, Jenny Agutter, Richard Jordan, Peter Ustinov; Warner Home Video)