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Filmstarts und Trailer der Woche

Julia

Unser Chef-Filmkritker Alexander Dahas hat für euch die wichtigsten Kinostarts der Woche schon einmal angesehen. Mit dabei: 'Julia', 'Die Insel der Abenteuer' und weitere Filmstarts vom 19.06.2008.
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Unser Chef-Filmkritker Alexander Dahas hat für euch die wichtigsten Kinostarts der Woche schon einmal angesehen. Mit dabei: 'Julia', 'Die Insel der Abenteuer' und weitere Filmstarts vom 19.06.2008.


Julia
R: Erick Zonca; D: Tilda Swinton, Saul Rubinek, Kate Del Castillo, Aidan Gould etc.
In einem schwachen Moment zwischen zwei Saufgelagen beschließt eine schlecht gelaunte Alkoholikerin, es mal mit Kidnapping und Erpressung zu versuchen. Mit fatalen, sehr plausiblen Folgen. 'Julia' ist mitnichten ein wehleidiges Außenseiterporträt, das mit einem sperrigen Thema zusätzlich einen auf Brisanz machen will, sondern ein ziemlich eleganter, arschcooler und überraschend dichter Thriller, der seine Spannung zur Abwechslung mal über die Charaktere aufbaut. Und weil da Tilda Swinton momentan ja eh die tonangebende Personalie überhaupt ist, regiert bei 'Julia' die Kurzweil und eine fast greifbare Gothic-Atmosphäre, unterweltlicher als jeder Mafia-Film.

Bank Job
R: Roger Donaldson; D: Jason Statham, Saffron Burrows, Daniel Mays, Stephen Campbell Moore etc.
Ca. 1970: Ein Ex-Ganove wird von seiner Freundin dazu angeheuert, das Bankschließfach von Michael X (der Typ, dem John Lennon seine Haare stiftete) auszuräumen. Tatsächlich geht der Bruch so verdächtig leicht über die Bühne, dass man misstrauisch werden könnte. 'Bank Job' ist einerseits ein altmodischer Krimi mit den üblichen Visagen, gleichzeitig auch so etwas wie eine Parodie darauf und obendrein ein Rüffel für zeitgenössische Actionfilme, denen vor lauter Effekten der Sinn fürs Dramaturgische abhanden gekommen ist. Symbolisch dafür stehen neben Wertarbeiter und He-Man Jason Statham auch die coole Retro-Ästhetik und die spitzfindigen Anspielungen auf die britische Gesellschaft, die den eigentlichen Reiz dieses sympathischen Films ausmachen. Lasst euch herausfordern, ihr Freizeit-Rambos!




Die Insel der Abenteuer
R: Jennifer Flackett, Mark Levin; D: Jodie Foster, Abigail Breslin, Gerard Butler, Christopher Baker etc.
Eine Abenteuerschriftstellerin reist auf eine abgelegene Südseeinsel, um der größten Verehrerin ihres Helden bei der Suche nach deren Vater zu helfen. Jodie Foster als kontaktscheue Neurotikerin wirkt, als hätte sie viel Spaß an diesem Big-Budget-Kinderfilm gehabt, und als neunmalkluges Insel-Gör macht Abigail Breslin auch eine gute Figur. Der Film leidet etwas unter seinen inkonsequenten Handlungssträngen, dem überschaubaren Personal und der Tendenz, unhinterfragte Heile-Welt-Klischees zu bedienen, macht aber andererseits durch liebevolle Sets und kapriziöse Action die Kinderphantasie flott.

Ein einziger Augenblick
R: Terry George; D: Joaquin Phoenix, Jennifer Connelly, Elle Fanning, Sean Curley etc.
Ein Autofahrer begeht nach einem tödlichen Zusammenstoß mit einem Kind Fahrerflucht, was die Eltern des Opfers an den Rand ihrer Belastbarkeit bringt. Während die Mutter gleich ganz seelisch einknickt, erlebt der Vater ohnmächtige Rachefantasien, und auch der Täter bekommt das große Zittern. 'Reservation Road' (OT) übt sich in der schonungslosen Zurschaustellung dieser menschlichen Tragödie, der die kompetenten Darsteller weitgehend gerecht werden können. In seiner Doppelfunktion als halbgarer Krimi offenbart sich aber das Unvermögen, authentische Gefühle und eine spannende Erzählung unter einen Hut zu bringen, was sich letztlich wiederum negativ auf das erste Ziel auswirkt. Am Ende wirkt der Film merkwürdig kalkuliert, behäbig und so ausgestellt wie eine Theaterprobe vor einer Filmkulisse.