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Gratis Comic Tag 2018

Ferdinand Lutz’ Comics bringen Kinder zum Lesen

Seit fünf Jahren zeichnet Ferdinand Lutz Comics für Kinder. Sein Comic »Q-R-T« ist Teil des diesjährigen Gratis Comic Tags am 12. Mai. Julia Brummert sprach mit dem Zeichner über einen Auftrag, der sein Leben verändert hat. 

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Eine Geschichte erzählen, die Kinder und Erwachsene gleichzeitig fesselt? Das ist die hohe Kunst, die Ferdinand Lutz beherrscht. Er steckt hinter den Abenteuern vom außerirdischen Jungen »Q-R-T« und denen von »Rosa und Louis«, einem Geschwisterpaar, das mit seinen Eltern und der Oma im Spukschloss wohnt, wo es mit Geistern plaudert. »Ich habe in Kindercomics oft beobachtet, dass sie mit angezogener Handbremse erzählt werden«, erklärt Lutz und hält dagegen: »Die Handlung muss keine komplexen Wendungen haben, aber die Emotionen der Figuren in Kindercomics können komplex sein.«

Kinder und Erwachsene entdecken vielleicht andere Details in derselben Geschichte, aber genau das macht für Lutz den Reiz aus: »Wenn ich an meine Kindheit denke, erinnere ich mich, dass ich selten etwas gar nicht verstanden habe, auch wenn ich andere Dinge darin gesehen habe als die, die ich heute als Erwachsener sehe, wenn ich die alten Geschichten noch mal lese.«

Bild: Ferdinand Lutz / Reprodukt

Als Künstler schafft er in seinen knallbunten Welten Raum für ernste Themen: Rosa und Louis sind zum Beispiel zur Oma gezogen, weil diese an Demenz leidet. Mit Hilfe der Schlossgeister erkennt die achtjährige Rosa, dass es durchaus Vorteile haben kann, wenn Oma sich nicht mehr an ihre Dummheiten erinnert – aber auch, dass es sehr traurig ist, wenn Omas gute Erinnerungen verblassen. Kinder sind nicht doof und können einen eigenen Weg finden, mit solchen Situationen umzugehen. »Ich denke fünfmal darüber nach, welche emotionalen Reaktionen meine Figuren haben, und nur halb so viel darüber, ob ich eine Mütze nun blau oder rot koloriere«, so Lutz.

Dass er für Kinder zeichnet, kam durch eine Anfrage des Spiegel, dem er vom befreundeten Zeichner Flix empfohlen worden war. Schon seit seiner Kindheit zeichnet Lutz, studierte dann aber erst mal VWL und Soziologie. »Der Spiegel-Auftrag war, jeden Monat fünf Seiten zu machen. Das klingt überschaubar, aufs Jahr gerechnet ist das aber so viel wie eineinhalb Bände von ›Asterix‹. Da war klar, dass ich entscheiden muss, das ganz oder gar nicht zu machen.«

Mit dem Musiker Dominik Müller macht er Musik-Lesungen, bei denen die beiden Comics mit verstellten Stimmen vorlesen und dazu Geräusche und Musik machen, denn auch Hörspiele gehören zu Lutz’ großen Leidenschaften: »Ich habe immer die Riege der Sprecher aus den alten Europa-Hörspielen im Kopf, wenn ich schreibe.« Ihr Spektakel ist erfolgreich, viele Eltern freuen sich darüber, dass ihre lesefaulen Kinder dadurch Interesse am Comic-Lesen bekommen.

Neben der Arbeit am zweiten Band von »Rosa und Louis« tüftelt der Zeichner und Autor bereits am nächsten Projekt. Anfang Juni erscheint die erste Ausgabe von »Polle«, einem Comic-Kindermagazin, das Lutz mit Freunden über Startnext realisiert hat. Darin sollen andere Zeichnerinnen und Zeichner die Chance bekommen, ihre Arbeiten zu präsentieren. Und vielleicht kann er damit noch mehr Kinder aus der Lesefaulheit ziehen.

— Ferdinand Lutz’ Comic »Q-R-T« (Reprodukt) ist Teil des diesjährigen Gratis Comic Tags. Am 12. Mai 2018 gibt es neben vielen anderen Comics ein Heft mit einem Auszug kostenlos in teilnehmenden Comicbuchläden. 

Ferdinand Lutz

Q-R-T: Der neue Nachbar

Release: 01.09.2015

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