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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Evolution mit umgekehrten Vorzeichen

Affen in der Popkultur

Affe und Mensch sind sich so ähnlich, dass sie im Kino in schöner Regelmäßigkeit aufeinandertreffen. Und doch so unterschiedlich, dass Raum für Spekulationen bleibt. »Planet der Affen: Prevolution« schlägt ein neues Kapitel auf.
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Nicht nur die Punks haben sich aufgeführt wie die Affen. Die Tendenz zur Koketterie mit dem Instinkt als Antagonist der Vernunft lässt sich in der gesamten Popmusikgeschichte entdecken. Die steile These hinter dem Bandnamen der (Post-)Punkband DEVO, dass sich die Menschheit zum Primaten zurückentwickele, war nicht nur Spaß.

Während eines Reunion-Konzerts brachte es Sänger Gerald V. Casale auf den Punkt, während er ins Publikum blickte: »De-evolution is real, just look around!« Die Kino-Vision einer Evolution mit umgekehrten Vorzeichen wurde bereits im Science-Fiction-Klassiker »Planet der Affen« durchgespielt, im politisch aufregenden Jahr 1968.
Jetzt kommt nach vier Fortsetzungen und Tim Burtons Remake von 2001, das zu Unrecht nicht den Titel »Gib dem Affen Popcorn!« trug, die nächste Variation des Themas auf die Leinwand. »Planet der Affen: Prevolution« erzählt die Geschichte von Hirnforscher Will Rodman (James Franco), dem auf der Suche nach einem Alzheimer-Medikament der Durchbruch gelingt. Testaffe Caesar (Andy Serkis) ist plötzlich in der Lage, hochkomplexe Zusammenhänge zu begreifen und menschenähnlich zu handeln. Als er aus seinem Gefängnis ausbricht, verfüttert er das neue Medikament an andere Affen. Und die Menschheit sieht sich einem neuen Gegner ausgesetzt.

Noch in Howard Hawks' Klassiker »Monkey Business« (1952) mit Cary Grant und Marilyn Monroe war es umgekehrt. Ein Labor-Schimpanse drehte den Spieß um und machte den Wissenschaftler zum Versuchskaninchen. Deutscher Titel: »Liebling, ich werde jünger!«. George A. Romero verfilmte 1988 das Grundproblem des »Affen im Menschen«, das seit »King Kong und die weiße Frau« (1933) durch die Kinogeschichte geistert. In Romeros »Monkey Shines« (so hieß der Film im Original) führt ein dressierter Affe die dunklen Gedanken seines im Rollstuhl sitzenden Besitzers aus. Natürlich richtet er sie gegen seinen Herrn, denn der Mensch an sich ist so selbstzerstörerisch wie Ur-Punk Iggy Pop, der sich einst auf der Bühne in Scherben wälzte und mit heißem Wachs übergoss. Oder war es letztlich das FBI, das die Popkultur und LSD erfand, um uns zum Affen zu machen? Wir werden es wohl nie erfahren. Oink! Oink! Oink!

In unserer Modestrecke treffen Affen auf hippe Kleidung. Wie diese Symbiose dann ausschaut, könnt ihr in unserer Bildergalerie sehen.

»Planet der Affen: Prevolution« (USA 2011; R: Rupert Wyatt; D: James Franco, Andy Serkis; Kinostart: 11.08.)