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Ein Film an der Grenze zum Gemälde

Intro empfiehlt: The Fall

Überlebensgroß in jeder Beziehung, ist ''The Fall'' einer jener Filme, für die die Leinwand gar nicht breit genug sein kann.
Geschrieben am
Tarsem Singh ist der Mann, dessen Oeuvre bisher vor allem aus einem R.E.M.-Video (''Losing My Religion'') und einem Jennifer-Lopez-Vehikel (''The Cell'') bestand, die beide seinen visuellen Phantasmen nur bedingt gerecht werden konnten.

Als echte labour of love muss man deswegen ''The Fall'' ansehen, einen Film an der Grenze zum Gemälde und ein echtes Unikat in beinahe jeder Beziehung. Die märchenhafte Story kreist um einen verwundeten Stuntman, der vom Krankenhausbett aus wahnwitzige Welten entwirft, um eine kleine Mitpatientin zu unterhalten, während er sich gleichzeitig gewissenhaft auf seinen Selbstmord vorbereitet.

Was auf Papier schon Borderline-theatralisch klingt, gerät in Tarsems bildgewaltigen Aufzügen erst recht zum bombastischen Fantasie-Orgasmus, den aufstrebende Progrock-Bands noch auf Jahre hinaus als Coverartwork-Steinbruch verwenden könnten. Überlebensgroß in jeder Beziehung, ist ''The Fall'' einer jener Filme, für die die Leinwand gar nicht breit genug sein kann und nach denen sich die Realität, wie wir sie kennen, anfühlt wie aus einem schummrigen Secondhandshop geklaut. Eskapismus muss kein schmutziges Wort sein, wo solche Ideen und der Wille zu ihrer Umsetzung am Werk sind.



The Fall (IND/GB/USA 2006; R: Tarsem Singh; D: Lee Pace, Catinca Untaru; Fox)