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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Propaganda. Die Kunst der Public Relations

Edward Bernays

Mit seinem Praxis-Handbuch legte der 1995 verstorbene Edward Lewis Bernays sechs Jahre nach Walter Lippmanns "Die öffentliche Meinung" ein Grundlagenwerk
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Mit seinem Praxis-Handbuch legte der 1995 verstorbene Edward Lewis Bernays sechs Jahre nach Walter Lippmanns "Die öffentliche Meinung" ein Grundlagenwerk für die moderne politische Propagandaarbeit von Konzernen und Regierungen vor. Der zunächst skeptische Sigmund Freud schrieb, das Buch sei "klar, clever und verständlich".


Es beginnt mit dem Satz: "Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften." Der titelgebende Begriff, bis zum Ersten Weltkrieg nicht abwertend, sondern neutral verwendet, geht auf Papst Gregor XV zurück, der angesichts der Bedrohung eines sich ausbreitenden Protestantismus 1622 ein Zentralorgan für die Belange der Missionierung schuf, das Amt zur Verkündigung des wahren Glaubens: Congregatio de Propaganda Fide.

Die deutschsprachige Erstausgabe nach knapp 80 Jahren ist der Freiburger Orange Press zu verdanken, die neben weiteren Titeln zur Desinformationstheorie wie "Giftmüll macht schlank" auch die von Klaus Theweleit herausgegebene Reihe "absolute" publiziert. Zwischen Feyerabend, Flusser oder dem "Sigmund Freud Songbook" findet sich im Programm der Reader "Marken - Labels - Brands" mit Texten zur Werbung von Adorno, Barthes und Benjamin: für alle, die nach der Lektüre noch mehr wissen wollen. "Propaganda wird niemals sterben", so Edward Bernays. Ebenso wenig das Verlangen, ihre Produzenten und deren Techniken verstehen zu wollen.

Und wenn Bernays behauptet, "die Zeitschrift ist, anders als die Zeitung, kein Organ der öffentlichen Meinung, sondern tendenziell eher ein propagandistisches Medium im Interesse einer bestimmten Idee", beginnen wir doch mit der Frage: Welche Idee halte ich mit dieser Zeitschrift in Händen?