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Hogwarts immer, rückwärts nimmer

Eddie Redmayne über »Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind«

2015 gewann Eddie Redmayne für seine Darstellung des Wissenschaftlers Stephen Hawking einen Oscar. Dann war er als Transgender-Künstlerin in »The Danish Girl« zu sehen. Jetzt zaubert er wie Emma Watson – in einem Film nach der Romanvorlage von J.K. Rowling. 
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Die Geschichte ist ein »Harry Potter«-Ableger. Schreckt man vor einem solch schweren Erbe nicht zurück?
Sobald jemand Harry Potter erwähnt, verspüre ich einen gewissen Druck. Ich bin selber Fan, so wie Millionen andere. Aber mit Regisseur David Yates und Produzent David Heyman hatten wir zwei Experten im Team, die sich in der Welt von Harry Potter bestens auskennen.  

Hast du dir die alten »Harry Potter«-Filme zur Vorbereitung angeschaut?

Meine Figur Newt Scamander war selbst Schüler in Hogwarts und kennt Dumbledore. Ansonsten hat der Film inhaltlich kaum etwas mit den anderen Geschichten zu tun. Allerdings habe ich reingeschaut, weil ich einen Obliviate-Zauber anwenden muss. Ich wollte noch mal sehen, wie Emma Watson es gemacht hat. Wenn ich es nur halb so faszinierend hinbekommen habe wie sie damals, bin ich zufrieden.  

Was für ein Typ ist deine Figur Newt Scamander?

Newt ist kompliziert, ganz schön frech und ziemlich eigensinnig. Alleine oder in Gegenwart seiner Tierwesen fühlt er sich deutlich wohler als unter Menschen. Man braucht eine Weile, bis man warm wird mit Newt – und das fand ich richtig erfrischend.
J.K. Rowling hat für die »Phantastische Tierwesen...«-Verfilmung das Drehbuch selbst verfasst. War sie oft am Set?
Sie war jeden Tag da und man konnte immer zu ihr gehen, wenn man eine Frage hatte. Dabei war sie offen für neue Ideen und Vorschläge. Gleichzeitig hat sie mir Respekt eingeflößt. Natürlich wollte ich sie nicht enttäuschen. So wie ich bei »Die Entdeckung der Unendlichkeit« wollte, dass Stephen Hawking den Film mag. Und wie es mir bei »The Danish Girl« wichtig war, der zugrundeliegenden wahren Begebenheit gerecht zu werden.  

Was ist für dich das besondere an J.K. Rowlings fiktiver Welt?

J.K. Rowling ist ein Genie. Sie hat ihr gesamtes Universum derart detailreich und zugänglich gestaltet und ausgeschmückt...Alles ist in sich stimmig und logisch und erklärt sich von selbst. Letztlich fiel es mir deswegen ausgesprochen leicht, mich auf Newt und seine Welt einzulassen. J.K. Rowling nahm mich an die Hand.  

Es gibt eine Gemeinsamkeit zwischen Newt Scamander und Dir: Für Newt spielt ein verwitterter Koffer eine große Rolle – und Du bist auch seit vielen Jahren mit einem alten Koffer unterwegs, sogar bei Interviewterminen wie diesem heute...

Stimmt, das ist mein Arbeitskoffer. Eine Marotte von mir, quasi eine kleine Verneigung vor meinem Vater, der jeden Tag mit einem Aktenkoffer von zuhause aus Richtung Londoner Innenstadt aufbricht. Mit dem Koffer tue ich also irgendwie so, als hätte auch ich einen anständigen, normalen Job! Da packe ich immer meine Skripte rein, alle meine Notizen und Recherchen. Bei meinem ersten Treffen mit »Phantastische Tuerwesen...«-Regisseur David Yates dachte er allerdings, ich sei einer dieser Schauspieler, die beim Vorsprechen mit Kostümen und Requisiten beeindrucken wollen. So als käme ich im Superman-Faschingskostüm zum Casting für einen »Superman«-Film. Peinlich! Ich muss mir jetzt wirklich überlegen, ob ich das mit dem Koffer sein lasse. Denn sonst denkt künftig alle Welt, ich sei durchgeknallt und habe keine Distanz zu meinen Rollen.  
 – »Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind« (GB / USA 2016; R: David Yates; D: Eddie Redmayne, Ezra Miller, Zoë Kravitz; Kinostart: 17.11.16; Warner)