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Biopic jetzt auf DVD und Blu-ray

Jazz und Nazis: So ist »Django – Ein Leben für die Musik«

Diesen Künstler wollten viele vereinnahmen, doch gelungen ist dies nur selten. »Django – Ein Leben für die Musik« ist ein routiniertes Biopic über einen außergewöhnlichen Musiker in einer außergewöhnlichen Zeit. Jetzt gibt es den Film auf Blu-ray und DVD. (Artikelbild: Weltkino)

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Es gab in den Dreißiger Jahren nur wenige Zeitgenossen, die Jean »Django« Reinhardt in Bezug auf sein Gitarrenspiel und seine Popularität das Wasser reichen konnten. In seinem Regiedebüt »Django – Ein Leben für die Musik« porträtiert Étienne Comar diese wegweisende Persönlichkeit des europäischen Jazz. Durch die Verbindung des klassischen New Orleans-Sound mit französischen Walzern und Einflüsse der Sinti-Musik erschuf Reinhardt einen neuen Stil, der als Gypsy Jazz bekannt werden sollte.

Im Film kann man in einigen Szenen mitverfolgen, wie der Swing um weitere Elemente bereichert und zu einem außergewöhnlichen, lebhaften Klang transformiert wird. Der Musik wird angenehm viel Raum gegeben und die neu eingespielten Versionen des niederländischen Rosenberg Trios überzeugen durch eine authentische Atmosphäre.

»Swing tanzen verboten« liest man auf einem Warnschild, montiert im Zuschauerraum eines randvoll besetzten Theaters im von den Nazis okkupierten Paris. Ob das Verbot an diesem durchgesetzt wird, scheint fraglich. Die Zuschauer sind in gespannter Erwartung ihres Stars. 1943 zählen Reinhardt und seine Band Hot Club de France zu den angesagtesten Musik-Acts Europas und am Ende des Konzerts hält es große Teile des Publikums nicht mehr in ihren Sitzen. Klar, dass die Fähigkeit zum Auslösen derartiger Begeisterung auch den nationalsozialistischen Offiziellen nicht verborgen bleibt und fortan für den Führer genutzt werden soll. Für Django Reinhardt entwickelt sich ein Konflikt, bei dem es um politische Instrumentalisierung und die akute Lebensgefahr des Sinti für sich und seine Familie geht.

Regisseur Comar folgt in seinem Film über weite Strecken der Biographie »Folles de Django« von Alexis Salatko, die Fakten mit hinzugedichteten Episoden mischt. Nicht alle Szenen des Biopic können daher historisch belegt werden, und müssen es im Sinne der Inszenierung auch nicht.

Hat man sich erst einmal daran gewöhnt, dass Hauptdarsteller Reda Kateb ein wenig wie der junge Tobias Moretti (»Kommissar Rex«) aussieht, freundet man sich rasch mit seiner Darstellung des legendären Lebemanns an. Dennoch wirkt »Django – Ein Leben für die Musik« insgesamt deutlich gemächlicher und unspektakulärer, als der portraitierte Künstler.

Django - Ein Leben für die Musik

Release: 09.03.2018

Etienne Comar

Django - Ein Leben für die Musik [Blu-ray]

Release: 09.03.2018

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