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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Top7: Von »Alias Grace« bis »Mr. Robot«

Die spannendsten Serien 2017

Auch wir fanden die zweite Staffel »Stranger Things« super und waren überrascht von den vielen Wendungen in den aktuellen Folgen von »Game Of Thrones«. 2017 gab es aber noch ein paar andere Knaller: Hier sind unsere sieben Tipps für den nächsten Binge-Marathon auf dem Sofa. 
Geschrieben am
01 »Alias Grace« (Netflix)
Neben »Handmaid’s Tale« wurde ein weiterer Roman von Margaret Atwood in diesem Jahr zur Serie. In »Alias Grace« hat die preisgekrönte Autorin eine spannende, fiktionale Geschichte um den wahren Fall von Grace Marks geschrieben. Die Hausangestellte wurde 1843 wegen Mordes angeklagt, zu lebenslänglicher Haft verurteilt und später begnadigt. Netflix’ Versuch, aus dem umfangreichen Roman mit seinen vielen Perspektiven eine Mini-Serie zu machen, ist überraschend geglückt. Die Kostüme und das Setting sind toll, Hauptdarstellerin Sarah Gadon spielt großartig und der feministische Unterton der Vorlage kommt auch in der Serie gut zum Tragen.
Julia Brummert
02 »Rick and Morty« (Staffel 3)
Die dritte Staffel von »Rick and Morty« markiert einen deutlichen Stimmungswechsel für die populäre Zeichentrickserie, haben die Smiths neben den gewohnt absurden Abenteuern doch auch plötzlich mit familiären Problemen und deren Auswirkungen zu kämpfen. Das heißt allerdings nicht, dass in den neuen Folgen nichts mehr zu lachen gibt – ganz im Gegenteil. Episoden wie »Pickle Rick« oder »Rickmancing The Stone« strotzen nur so vor vor guten Einfällen und zeigen, dass dieser anarchische Science-Fiction-Spaß noch lange nicht am Ende ist. Die dritte Staffel war zunächst via Sky zu sehen, im Januar 2018 läuft sie dann auch bei Netflix.
Philip Fassing
03 »Mindhunter« (Netflix)
Ein Audiogerät und gestochen scharf gestellte Fragen sollen Holden Ford dabei helfen, die Seele inhaftierter Mörder zu verstehen. Der junge FBI-Agent entwickelt daher gemeinsam mit seinem Kollegen Bill spezielle Interview-Methoden. Die Gesprächssituationen in den Gefängnissen, die in ihrer Direktheit an »Das Schweigen der Lämmer« erinnern, sind in einer verrauchten Siebziger Jahre-Ästhetik gehalten. Trotz der tödlichen Thematik kommt die Serie ohne großes Blutverspritzen aus und setzt stattdessen auf eindringliche Dialoge. 
Miriam Fendt
04 »The Marvelous Mrs. Maisel« (Amazon Prime)
Die junge, verheiratete Midge Maisel hat alles, wovon eine Frau in den Fünfzigern in New York träumen kann: Eine große Wohnung, einen Ehemann, zwei Kinder, Geld, schöne Kleidung, alles. Dann verlässt sie ihr Ehemann. Vor Kummer betrinkt sich Midge, landet auf der Bühne eines verrauchten Kleinkunst-Clubs, wo sie ihr Talent für Stand-Up-Comedy entdeckt. »Gilmore Girls«-Schöpferin Amy Sherman-Palladino hat mit «The Marvelous Mrs. Maisel« einen weiteren, herzerwärmenden Volltreffer gelandet, der ebenfalls durch starke Frauen, rasante Dialoge und charmant-schrullige Nebencharaktere glänzt. 
Julia Brummert 
05 »Mr. Robot« (Amazon Prime)
Elliot Anderson versucht gemeinsam mit einer Gruppe von Hackern, der »fsociety«, Gerechtigkeit in die Welt zu bringen, indem sie Großkonzerne zur Strecke bringen. Den eigentlichen Kampf führt Elliot aber weniger mit der Außenwelt. Denn obwohl er ein Profi darin ist, Menschen auf der Grundlage ihres Internetverhaltens auszuspionieren, wird ihm das Durchschauen und Kontrollieren seiner eigenen Psyche immer weiter zum Verhängnis. Nächstes Jahr wird das Amazon Prime-Format in die mittlerweile vierte Staffel gehen. 
Miriam Fendt
06 »The Expanse« (Netflix)
»The Expanse« ist eine Space Opera, in der die Motivation der Figuren nicht moralischen  oder religiösen sondern harten gesellschaftlichen Gründen entspringt. Im 24. Jahrhundert ist eine mehrdimensionale Klassengesellschaft weitreichende Realität. Das Sonnenystem wurde kolonialisiert, aber die Erde bleibt für die Menschen der schönste Platz im All. Mit der Militärmacht des Mars streiten die Erdlinge um die Ressourcen des Asteroidengürtels. In diesem Sweat Belt werden die begehrten Rohstoffe unter schlimmsten Arbeitsbedingungen von den »Gürtlern« abgebaut. Ob kluge Diplomatin, fieser Unternehmer, kaputter Bulle, freiheitsliebender Outcast – in der wilden Handlung nach der Roman-Reihe von James S. A. Corey kämpfen sie alle gegeneinander – und manche von ihnen in den besten Momenten sogar solidarisch miteinander. 
Wolfgang Frömberg
07 »The Sinner« (Netflix)
Jessica Biehl hat uns mit Cora Tannetti eine der stärksten Serienfiguren des Jahres beschert. In »The Sinner«, eine Adaption des Romans »Die Sünderin« von Petra Hammesfahr, sehen wir schon in der ersten Folge, wie diese faszinierende, zunächst so bedacht agierende Frau einen sonnigen Strandnachmittag in ein Blutbad verwandelt. Die eigenen Empfindungen für Cora, die zwischen Empathie und Misstrauen schwanken, sind es dann auch, die einen durch die acht Folgen schleifen, die immer wieder durch Rückblenden falsche Fährten legen. Am Ende hat man viel gelernt über die Abgründe des Menschen – über körperblichen wie seelischen Missbrauch, über Verdrängung und Gewalt, aber auch über Vertrauen und Vergebung. Große Themen, die man nur mit einem guten Drehbuch und großen Darstellern wie eben Biehl (die auch produzierte), Bill Pullman (als Detective Ambrose), Nadia Alexander (als Coras Schwester Phoebe) und Christopher Abbott (als Coras Ehemann) wuppen kann.
Daniel Koch