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»Socks The Cat« kriegt zweite Chance

Die Katze der Clintons hat ein Videospiel

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Kater Socks in den 90ern beliebter war als sein Herrchen Bill Clinton, ist verhältnismäßig hoch. Sogar ein Videospiel über den schwarz-weißen Vierbeiner war in Arbeit, erlebte aber nie einen Release. Das soll sich nun ändern: eine fast vollendete Kickstarter-Kampagne gibt »Socks The Cat« 23 Jahre später die verdiente zweite Chance. Tom Curtin, der das Ganze in die Wege geleitet hat, erzählte uns ein bisschen mehr über das Projekt.
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Vor langer Zeit, in den fernen 90ern, da lebte ein Präsidentenpaar in den Vereinigten Staaten. Sie hatten einen Kater, der so beliebt war, dass er jenseits der Politik eine eigene Gefolgschaft gesammelt hatte. Mit einem Videospiel für Super Nintendo sollte jeder mit ihm auf Streifzug durchs weiße Haus gehen können und kämpfen: gegen Spione, Dobermänner, Demonstranten und satirisch angehauchte Abbilder politischer Akteure. Der Spaß blieb der Öffentlichkeit aber vorenthalten, als der Verleger dichtmachte und keiner mit Klarheit sagen konnte, wie es um »Socks« stand. Der Entwickler behauptete in den darauffolgenden Jahren auf Nachfragen von Fans, das Spiel sei fertig; Angestellte des Verlegers hingegen, es sei weit entfernt davon.

2011 brachte ein Teaser des Games etwas Licht ins Dunkel und lieferte den Existenzbeweis für »Socks The Cat Rocks The Hill«. Ein kurzes Video tauchte im Internet auf, das eindeutig einen Schnipsel des Spiels zeigte, und weckte das Interesse von Tom Curtin, der 2012 die Rechte daran erstand und die zurzeit laufende Kickstarter-Kampagne auf den Weg brachte. Momentan fehlen nur etwas mehr als $500 bis zum $30000 Ziel. Ein Team um Curtin bastelt seit einiger Zeit an dem Spiel, bevor es über Second Dimension für SNES veröffentlicht werden soll: Bugs wurden eliminiert, Poster gestaltet und im Großen und Ganzen ein Riesenaufwand betrieben, damit Socks endlich wieder auf Konsolen durchs weiße Haus stromern kann. Wir haben Tom Curtin ein paar Fragen zum Spiel gestellt, und natürlich zu dem Wahnsinn, den die USA derzeit als Wahlkampfphase bezeichnen.
Was hat dein persönliches Interesse an dem Spiel geweckt? Wann hast du beschlossen, dass du am Release für alle Fans arbeiten willst?
Ich würde sagen, das berüchtigte YouTube-Video, das 2011 aufgetaucht ist, machte mich erst wirklich neugierig. Ich habe zu dem Zeitpunkt seit etwa einem Jahr Protos gesammelt. Die Entscheidung, es zu veröffentlichen, habe ich eigentlich schon getroffen, bevor ich es gekauft habe - ich wusste nur noch nicht, wie. Ich wollte es nicht einfach ins Internet werfen, weil ich fand, es verdient einen richtigen Release auf einem Datenträger, aber ich hatte keine Erfahrung mit soetwas. Deswegen habe ich 2012 die Rechte gekauft, und dann ein Team für das Projekt zusammengestellt.

Vor dem Hintergrund der, gelinde gesagt, verrückten US-Wahlen 2016, inwiefern siehst du das Spiel und seine Veröffentlichung als politische Satire?
Ich finde es toll. Es macht sich eben lustig über etwas, das eigentlich sehr ernst ist. Es ist der Wahnsinn, zu denken, dass dieses Spiel vor 23 Jahren entwickelt wurde. Das war eine Zeit, zu der die Welt noch keine Politik in Videospielen akzeptiert hatte, und es war bekannt, dass Nintendo Zensur betrieb. Das Spiel ist auch politisch völlig unvoreingenommen, also ist keine der Parteien sicher und viele der Charaktere sind immer noch relevant und erkennbar.

Wie stellst du dir die USA nach der Wahl vor?
Ich hoffe, wir können zu einer Art Normalität zurückkehren. Ich habe die Staaten noch nie so gespalten erlebt. Das ist nicht der Charakter dieses Landes, und es ist ziemlich traurig. Wir sind ein Land, das bekannt ist für seine Einheit. Ich würde mir wünschen, dass das ein bisschen zurückkommt.

Gibt es andere »First Pets«, die ein Videospiel verdienen würden?
Ich würde sagen, Millie [der Hund von George W. Bush] oder Bo und Sunny [die Hunde der Obamas]. Das sind coole First Pets. Aber nicht Buddy, der Bruder von Socks. Der war ein echter Arsch zu ihm.