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Extraterrestrischer Nachschlag

»Destiny 2«

Der erste Teil von Bungies ambitioniertem Sci-Fi-Multiplayer-Shooter scheiterte an seinen eigenen Versprechen. Die Fortsetzung löst nun einige davon ein und öffnet sich dabei noch einmal gänzlich neuen Spielern und Spielerinnen.
Geschrieben am
Videospiele mögen mit der Zeit immer größer, komplexer und schöner werden, manche Dinge ändern sich jedoch nie. Die Sache mit den Außerirdischen etwa. Selbst 40 Jahre nach dem Debüt von »Space Invaders« gilt es noch immer an allen möglichen extraterrestrischen Fronten den Fortbestand der Menschheit zu sichern. So auch in »Destiny 2«. Das Spiel des renommierten Entwicklerstudios Bungie (Vor allem bekannt für die »Halo«-Reihe) hat einiges gutzumachen, galt der 2014 erschienene Vorgänger doch zunächst als vom Hype hochgekochte Enttäuschung. Eine epische Science-Fiction-Saga, die sich nur als solide Alien-Ballerei entpuppte und nicht wirklich viel über sein erratisches Universum zu erzählen wusste. Erst in den darauffolgenden Jahren wurde der handwerklich erstklassigen, sonst aber ziemlich kargen Schießbude mit zahlreichen Erweiterungen das Leben eingehaucht, was die meisten Spieler und Spielerinnen schon von Beginn an erwarteten.

»Destiny 2« schickt sich nun an, einige dieser Versäumnisse gut zu machen. Eine Intention, die sich zuallererst an der Geschichte bemerkbar macht, die nicht nur deutlich unterhaltsamer inszeniert wurde, sondern sogar einen recht liebenswerten Cast aufweisen kann. Einmal mehr in der Rolle eines Wächters werden wir durch den Großangriff einer feindlichen Alien-Rasse aus der namenlosen Stadt vertrieben, die bereits im ersten Teil als letzte Bastion der Menschheit eine zentrale Rolle spielte. Nachdem sich die überlebenden des Überfalls auf einer außerhalb gelegenen Farm neu organisieren können, gilt es in den folgenden Stunden der Kampagne, die feindliche Offensive zurückzuschlagen.

Wer »Destiny« kennt, weiß, dass das vor allem eines bedeutet: Schießen. Darüber sollten sich vor allem Neueinsteiger im Klaren sein, denn so reich das Universum dieses Spiels von außen auch erscheinen mag, so simpel ist der ewige Kreislauf aus Kämpfen und Plündern. Das ist völlig okay, denn als Shooter ist »Destiny 2« genau wie sein Vorgänger erstklassig ausgestaltet: Die Steuerung ist präzise und intuitiv, das Arsenal reichhaltig und die Gegnerhorden abwechslungsreich. Die ständige Jagd nach neuer und besserer Ausrüstung fixt darüber hinaus noch immer ungemein an. Wem damit gedient ist, der wird hier nicht enttäuscht werden. Zumal die Kampagne ohnehin nur das Warm-Up für den eigentlichen Kern des Spiels ist: dem sogenannten Endgame mit all seinen Strikes, Raids und anderen Event-Aktivitäten, die bevorzugt im Team mit anderen angegangen werden und das irgendwann doch etwas repetitive Spielgeschehen um eine soziale Komponente erweitert – ganz zu schweigen von den kompetitiven PvP-Modi, in denen sich die Spieler untereinander messen können.
Man muss dem Slot-Machine-Prinzip von »Destiny 2« schon etwas abgewinnen können, um hier auch langfristig gefallen zu finden. Am Ende bleibt eben nur die ewige Jagd nach dem nächsten Item – das kann man mögen, muss man aber nicht. Wer sich intensiver mit den ersten Teil beschäftigt hat, dem wird das alles ohnehin sehr bekannt vorkommen. Viel wichtiger sind also jene, die sich bisher nicht an dieses Patchwork aus Erweiterungen getraut haben, zu dem der erste Teil inzwischen herangewachsen ist und nun eine neue Gelegenheit haben, in dieses Universum einzutauchen. Für die und jene, die einfach noch mehr »Destiny« in ihrem Leben brauchen, ist diese Fortsetzung durchweg geeignet. Wer sich an diesem reichhaltigen Buffet bereits überfressen hat, wird kaum das Bedürfnis haben, sich hier noch mal den Bauch vollzuschlagen. Alle anderen können sich dagegen absolut sicher sein, hier satt zu werden.

Activision Blizzard Deutschland

Destiny 2 - Standard Edition - [PlayStation 4]

Release: 06.09.2017