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Wohnungsnot und Vaterfreuden

»Der Realist«

Asaf Hanuka berichtet in »Der Realist« aus dem Leben eines Familienvaters im Tel Aviv der Gegenwart. Nicht immer erzählerisch stringent, aber wundervoll gezeichnet.
Geschrieben am
Vor fünf Jahren begann Asaf Hanuka damit, auf seinem Blog kleine Momente seines Lebens in Comicform auf einem Blog zu veröffentlichen. Darin thematisiert der in Tel Aviv lebende Autor und Zeichner neben dem Alltag in seiner Heimat auch das eigene Seelen-Leben und die Rolle als Familienvater. Unter dem Titel »Der Realist« erscheint jetzt bei Cross Cult erstmals ein Sammelband seiner Arbeiten in deutscher Übersetzung.  

Eine Seite, mehr Raum gönnt Hanuka keiner seiner Episoden. Aus einem Mosaik von Kleinigkeiten soll sich somit ein größerer Zusammenhang erschließen. Ein Vorhaben, das nicht immer funktioniert. So weisen einige der Onepager eine ungeheure Detailvielfalt auf und schaffen es, in wenigen Bildern eine ganze Geschichte zu erzählen. Andere Seiten dagegen wirken im Zusammenspiel aus Zeichnung, Idee und Text beinahe oberflächlich und wenig subtil. Oft fehlt schlichtweg eine Pointe. Nicht selten wirkt es daher so, als werde ein Gedanke abgeschnitten, bevor er sich entwickeln konnte. Hanuka verlagert damit vieles in die Vorstellung des Lesers und zeigt kaum mehr als Schnappschüsse, die eine Lebenswelt zeigen, die von der Wohnungsnot in einer Metropole, über soziale Medien bis zu Marvel-Superhelden und dem Holocaust reicht.  

Es ist der visuellen Pracht des Bandes zu verdanken, dass man »Der Realist« trotz aller kleineren dramaturgischen und erzählerischen Mängel dennoch bis zum Ende durchliest. 

Asaf Hanuka

Der Realist

Release: 05.10.2015