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GB/BR 2005

Der ewige Gärtner

Viel ist geschrieben worden im letzten Jahr über diesen fantastischen Film. Nicht zuletzt, weil es ihm fabelhaft gelingt, mehrere Ebenen miteinander zu verbinden, ohne dass die eine die Entfaltung der anderen beeinflussen würde. So ist die erste internationale Produktion des brasilianischen “City Of
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Viel ist geschrieben worden im letzten Jahr über diesen fantastischen Film. Nicht zuletzt, weil es ihm fabelhaft gelingt, mehrere Ebenen miteinander zu verbinden, ohne dass die eine die Entfaltung der anderen beeinflussen würde. So ist die erste internationale Produktion des brasilianischen “City Of God”-Regisseurs Fernando Meirelles erstens ein Thriller, zweitens ein Liebesdrama und drittens ein politischer Problemfilm. Das wunderbare Setting in Afrika weiß Meirelles ebenso zu nutzen wie die Eindrücke der Armen-Ghettos, die er ja in leicht abgewandelter Form bereits in “City Of God” so bewegend und spannend zugleich zu inszenieren wusste. Und auch die schauspielerischen Leistungen sind hervorragend: Die Verschlossenheit und scheinbare Gemütsruhe des “ewigen Gärtners” Fiennes und der hektische politische Aktivismus, den Rachel Weisz ihrer Figur Tessa zugrunde legt, sind Meisterleitungen an Charakterzeichnung. Vielleicht ist das gerade deswegen so interessant, weil “Der ewige Gärtner” weder als Thriller noch als Liebesfilm noch als politische Parabel allein besonders gut funktionieren würde. Vielmehr ist es die ständige unaufdringliche Psychologisierung der Hauptfigur und deren Wandlung vom passiven zum aktiven Menschen, die als Ergebnis der Genrefusion im Mittelpunkt steht. In der Summe der einzelnen Teile hat man schließlich einen der besten Filme des vergangenen Jahres vor sich.