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GB 1949 & GB 1953

Der dritte Mann (2er-Digipak) & The Man Between – Gefährlicher Urlaub

Das amerikanische Criterion-Label macht seit Jahren vor, worin der Mehrwert einer DVD bestehen kann: Filmklassiker erscheinen dort in restaurierter Bildfassung, wie man sie in keinem Kino mehr zu sehen bekommt. Diese hohen Standards setzen sich nun langsam auch bei uns durch, zum Beispiel bei der re
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Das amerikanische Criterion-Label macht seit Jahren vor, worin der Mehrwert einer DVD bestehen kann: Filmklassiker erscheinen dort in restaurierter Bildfassung, wie man sie in keinem Kino mehr zu sehen bekommt. Diese hohen Standards setzen sich nun langsam auch bei uns durch, zum Beispiel bei der restaurierten Bildfassung von “Der dritte Mann”, die nun anlässlich des 100. Geburtstags von Regisseur Carol Reed mit einer ganzen DVD voller Bonusmaterial veröffentlicht wurde, darunter dem 89-minütigen Dokumentarfilm “Shadowing The Third Man”. Editionen dieser Art, die Filmkunst als solche ernst nehmen, haben etwas rührend Didaktisches und geben selbst noch dem Laien Einblick in historische und cineastische Zusammenhänge, ohne dass dafür filmwissenschaftliche Seminare besucht werden müssen.

Trotz ähnlichem Filmtitel, hochkarätiger Besetzung und ähnlichem Sujet hat “The Man Between” nie die Aufmerksamkeit erhalten wie der zum Klassiker avancierte “Dritte Mann”. Sehenswert ist der im Nachkriegs-Berlin angesiedelte Spionage-Thriller aber allemal. Der Film um eine junge Britin, die sich in einen Agenten verliebt, der zwischen den Geheimdiensten pendelt, ist von der Kritik als allzu eindeutiger Versuch angesehen worden, an den Vorgänger anknüpfen zu wollen. Das Filmlexikon von Hans-Werner Asmus vermutet, dass die “kalte, unwirtliche Atmosphäre” des Films seinen Erfolg gebremst habe. Genau diese morbide Stimmung des an Originalschauplätzen gedrehten Films macht allerdings seinen Reiz aus und hebt ihn vom malerischen Wien in “Der dritte Mann” ab. Nennenswertes Bonusmaterial zu diesem Film gibt es allerdings nicht.