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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Aus der Ferne ...

Deborah Curtis

Das diese Woche startende Ian-Curtis-Biopic "Control" basiert auf der Biografie, die Deborah, seine Frau, über ihr Zusammenleben geschrieben hat.
Geschrieben am

'Control' basiert auf der Biografie, die Deborah, die Frau von Ian Curtis, über ihr kurzes gemeinsames Leben geschrieben hat. Es ermöglicht einen intimen, eher unliterarischen Einblick in das, was sie von Ian Curtis mitnehmen konnte, was er sie von sich mitnehmen ließ. Denn schon der Titel beschreibt die unglaubliche Distanz, die das Verhältnis des einsamen Mannes auch zu seiner nächsten Nähe prägte.

Es mag ein griffiges Klischee sein, das mittlerweile zu einem leeren Trademark vorkommen ist, dass alles, was mit Joy Division in Verbindung steht, so eine tiefe Tristesse besitzt. Aber in dem Fall dieses Buches ist es erneut so wahr. Die Beschreibungen, wie Deborah mit Baby allein zu Hause blieb, wenn Joy Division durch England reisten und sie wusste, ahnte, dass Ian jetzt mit jemand anderem schlief, das fragile kleine Glück, das immer nur kurz als Utopie aufblitzte und das die Alltagsrealität nur noch grausamer erscheinen ließ ... Das alles ist so traurig.

Markantester Unterschied zur filmischen Umsetzung dürfte dabei sicher die Tatsache sein, dass "Aus der Ferne ..." keine Dramaturgie benötigt, die den Weg eines hoffnungsvollen Mannes in die Ausweglosigkeit zeichnet. Viel eher macht das Buch klar, dass Ian sehr früh an Depressionen litt - und wie sich diese in der Zerrissenheit zwischen familiärer Verantwortung, Alkohol und Bandkarriere potenzierten. "Es gibt Hoffnung, es gibt Heilung" - in diesem Buch nicht.