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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Das zweifelhafte Privileg, sterben zu müssen

Mr. Nobody

Von Ex-Schönling und 30-Sekunden-Marsmann Jared Leto konnte man in den letzten Jahren vor allem schlechte Musik erwarten, in einem Paralleluniversum ist er aber gleichzeitig Brad Pitt.
Geschrieben am

Dessen umsatzstarker »Benjamin Button« war vorletztes Jahr ein klarer Fall von wichtigtuerischem Sci-Fi-Schmonzes, während Letos »Mr. Nobody« wesentlich näher ans selbe Thema rankommt. Es geht um einen Greis in einer Gesellschaft der Zukunft, der als letzter Mensch auf der Welt noch das zweifelhafte Privileg hat, sterben zu müssen.

Was für seine Zeitgenossen keinen Sinn macht, ist ihm eine Herzensangelegenheit: die Reise in die Vergangenheit, die zeigen soll, ob sein Leben wunschgemäß verlaufen ist. Das klingt zunächst nach argem Kitsch und einer Überdosis Butterfly-Effekt, ist in Wahrheit aber ein seltsam anrührender Film mit ungewöhnlich philosophischer Spannweite, der seine Geschichte nie als »Twilight Zone«-Gimmick ausbeutet.

Auch der eh schon überschwemmte Esoterikmarkt wird größtenteils links liegen gelassen, dafür darf man sich durch die traumhaft bunten Bilderwelten halluzinieren, die aussehen wie ein Bündel Super-8-Filme aus dem Himmel. Nur gerecht, dass da auch Jared Leto zu Hause ist.


»Mr. Nobody« (F/D/CAN/B 2009; R: Jaco Van Dormael; D: Jared Leto, Diane Kruger; Concorde)