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Prinsengracht 263

»Das Tagebuch der Anne Frank«

Das Leben im Versteck – in den von den Nazis besetzten Niederlanden. Eine wahre Geschichte, aufgezeichnet von der jungen Anne Frank, verfilmt von Hans Steinbichler.
Geschrieben am
Die Abbildbarkeit des Holocausts ist Gegenstand historischer Debatten, und als Primärquelle ist ein Zeitdokument wie das Tagebuch der Anne Frank nach wie vor unersetzlich. Anders gesagt: Was die zunächst 13-jährige Jüdin zwischen 1942 und 1944 in ihrem Amsterdamer Versteck aufzeichnete, gehört nicht nur zu den unbestechlichen Dokumenten des Massenmords an den europäischen Juden, es hat inzwischen seinen festen Platz in der Weltliteratur eingenommen. Jede Verfilmung muss daher auch dem Anspruch gerecht werden, geschichtliche Verantwortung zu tragen. Inwiefern die historische Wahrheit des deutschen Verbrechens gegen die Menschlichkeit von Hans Steinbichlers Kino-Adaption eingefangen worden ist, ist damit automatisch ebenfalls Gegenstand der Diskussion.  

Sollte man diesen Film in der Schule zeigen? Ja. Positiv hervorzuheben ist vor allem Lea von Ackens lebensgroße Interpretation der Anne Frank – zwischen frühreifer Erkenntnis und unschuldiger Neugierde. Auch Ulrich Noethen und Martina Geideck überzeugen als ihre Eltern, Otto und Edith Frank. Dramaturgische Entscheidungen – etwa für einen Moll-lastigen Klaviersoundtrack – darf man infrage stellen. Aber die Wucht der Erste-Person-Perspektive bringt der Film stark rüber und ist deshalb unbedingt sehenswert.

Hans Steinbichler

Das Tagebuch der Anne Frank [Blu-ray]

Release: 22.09.2016