×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Das bessere Copy & Paste

Portal 2

„Portal“ war ein Videospiel, wie es nur alle paar Jahre erscheint: eigenwillig, kreativ, umarmend. Gregor Wildermann spielte in Seattle exklusiv die Fortsetzung „Portal 2“. Eine Mischung aus Jackson-Pollock-Gemälde, Shooterspiel und M.C.-Escher-Bilderrätsel. Kurz: ein Tor zu einer anderen Welt.
Geschrieben am

Autor: Intro


Es gibt Sätze, die wirken wenig erhellend, auch wenn sie stimmen. Zum Beispiel der hier: „Das muss man gespielt haben, um es zu verstehen!“ Wie wäre es im Zusammenhang mit dem Puzzle-Shooter „Portal 2“ stattdessen mit der Behauptung, dass es das Lieblingsspiel von Albert Einstein und Homer Simpson gleichzeitig sein könnte? Zurück auf Start: Als Absolventen des DigiPen Institute of Technology 2005 nach neuen Spielmöglichkeiten suchten, erdachten sie mit „Narbacular Drop“ etwas radikal Neues: Der Spieler konnte Eingang und Ausgang in den Levels selbst bestimmen und so ganz eigene Lösungen suchen, um Barrieren und Gegner zu überwinden. Beim in Seattle beheimateten Spielentwickler Valve („Half-Life“, „Counterstrike“, „Left 4 Dead“) erkannte man die geniale Idee, legte den Erfindern kurzerhand Arbeitsverträge vor und nannte das auf wenige Test-Level angelegte Spiel knackig einfach „Portal“. Der Startschuss eines außergewöhnlichen Videospiels.
Gespielt wird auch in der zweiten, wesentlich längeren Fortsetzung die Heldin Chell, die zusammen mit ihrer „Tür-Kanone“ durch zehn herausfordernde Levels zieht. Begleitet wird sie dabei vom kugelrunden Roboter Wheatley – im englischen O-Ton gesprochen von Stephen Merchant (Comedy-Partner von Ricky Gervais in „The Office“ oder „Extras“), in der deutschen Fassung vom nicht ganz äquivalenten Brad-Pitt-Stimmenpendant. Dem Innovationsdruck einer Fortsetzung folgend, bietet „Portal 2“ aber nicht nur das alte Spiel mit dem Ein- und Aussetzen von blauen und orangenen Türportalen.

Neben Sprungschancen, Laserprismen und Lichtbrücken adaptierte man im Gegenteil wieder mal ein Studentenprojekt, das sich 2009 „The Power Of Paint“ nannte: Orangene, blaue und weiße Gelfarbe steht nun ab der Mitte des Spiels bereit. Auf ihr laufend, wird der Spieler beschleunigt oder bekommt mehr Sprungkraft. Weiße Farbe hingegen erlaubt Portale an beliebiger Stelle. Spätestens dann wird dieses Spiel nicht nur optisch zum bunten Werkzeugkasten von Ideen und Varianten, es fordert das räumliche Denken massiv heraus, stellt die Geduld auf eine harte Probe und liefert immer wieder Aha-Effekte, von denen andere Games nur träumen können. Am Ende wagt das Spiel sogar den Sprung in Richtung Philosophie und Suche nach dem Sinn des Lebens. Vielleicht das derzeit intelligenteste Spiel der Welt?
 
„Portal 2“ für PS3, Xbox 360, PC und Mac (EA)