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Die Reste von Thatcher weggefegt

Danny Boyle über »Trainspotting«

Patrick Heidmann fragte Danny Boyle, warum es 20 Jahre gedauert habe, um »Trainspotting – Neue Helden« fortzusetzen. Der mittlerweile Oscar-prämierte Regisseur verriet, warum er nie Zweifel daran gehegt habe, dass es zu einem zweiten Teil mit der Originalbesetzung kommen würde.
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»Trainspotting« bedeutete 1996 nicht nur für Ewan McGregor und Underworld den großen Durchbruch, sondern auch für Danny Boyle. Nicht dass der Regisseur vorher ein unbeschriebenes Blatt gewesen wäre: Schon in den 1980ern hatte er in London das Royal Court Theater geleitet. Sein erster Kinofilm »Kleine Morde unter Freunden« (1994) war schon ein Überraschungserfolg, doch seine Verfilmung des Romans von Irvine Welsh eine ganz andere Nummer.

»Das allgemeine Klima der gesellschaftlichen Veränderung kam uns damals entgegen«, erinnerte sich Boyle vor anderthalb Jahren in einem Interview anlässlich des Kinostarts von »Steve Jobs«. »Die Popkultur fegte die letzten Reste der Thatcher-Ära weg – mit House, Britpop und dem erstaunlichen Mainstream-Erfolg unseres Films. Dass der durch und durch britisch war und nicht die geringsten Zugeständnisse an US-Kultur machte, hatte sicher auch damit zu tun, dass ›Trainspotting‹ so gut ankam.«
In all den Jahren danach hat dieser Ausnahme-Film Boyle nie losgelassen, auch wenn er mit »28 Days Later« oder »127 Hours« weitere Erfolge feierte, für die Kino-Sensation »Slumdog Millionaire« sogar den Oscar gewann und sich dem Theater ebenso widmete wie 2012 der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in London.

»Ich musste in meiner Karriere oft kämpfen, meine Filme auf die Leinwand bringen zu dürfen. Aber dass ich jederzeit eine ›Trainspotting‹-Fortsetzung drehen könnte, stand nie außer Frage. Wenn es darum ging, rieben sich alle immer die Hände«, berichtet der heute 60-Jährige. Interesse daran hatte er immer, auch unabhängig von Welshs Nachfolgeroman »Porno«. Dass Teil zwei nicht früher zustande kam, lag an Boyles Zerwürfnis mit McGregor. Der war sauer darüber, dass sein Lieblingsregisseur ihm nach drei gemeinsamen Filmen nicht wie versprochen die Hauptrolle in »The Beach« gegeben hatte, sondern Leonardo DiCaprio. Über zehn Jahre hatten die beiden kein Wort miteinander gesprochen. Doch nach der Versöhnung stand »T2 Trainspotting« nichts mehr im Weg.

»Letztlich war es eine logistische Herausforderung. Ich wollte den Film nur drehen, wenn alle Schauspieler von damals mit an Bord wären. Aber weil zwei von ihnen in US-TV-Serien mitspielen und dauernd drehen, war es lange Zeit richtig kompliziert«, gab Boyle zu Protokoll. Generell infrage gestellt hat er die Fortsetzung allerdings nie: »Schon alleine, weil ich es unglaublich finde, wie viele Menschen noch immer von ›Trainspotting‹ schwärmen, mich darauf ansprechen oder irgendwie das Gefühl haben, Sick Boy, Begbie und die anderen seien Teil ihres Lebens.«

Alle Inhalte zu »Trainspotting« findet ihr hier.

Danny Boyle

Trainspotting - Neue Helden [Blu-ray]

Release: 29.08.2013