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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

There`s no future like no future

»Damaged Goods – 150 Einträge in die Punk-Geschichte«

Punk feiert dieses Jahr 40-jähriges Jubiläum. Das Buch »Damaged Goods« vereint 150 Texte von 150 verschiedenen Autorinnen, in denen sie über 150 verschiedene Punk-Alben schreiben. Dabei wird nicht bloß historisiert. Es wird einem auch das historische Ausmaß und die Vielfalt von Punk als Haltung klar.
Geschrieben am
Am 23. Oktober stellen Jonas Engelmann, Anna Seidel und Gianni Düx den Sammelband »Damaged Goods« in der Baustelle Kalk im schönen Kölner Osten vor. Die Baustelle ist als kleine aber raumgreifende Off-Galerie der ideale Ort für die Präsentation. Punk wird von den Betreiberinnen heute ganz selbstverständlich gelebt – im Sinne eines künstlerischen Widerstands gegen die täglichen Beleidigungen durch den Mainstream und als Bastion des DIY. Düx` Illustrationen an den Wänden rahmen ganz passend die Lesung ein, auf der in der nächsten Stunde auch schöne Musik gespielt wird. Sympathisch führt Herausgeber Engelmann, eng mit den Geschicken des Ventil Verlags und der Testcard verstrickt, in den Entstehungsprozess des Bandes ein. Letztlich seien es gar nicht »150 Einträge in die Punk-Geschichte«, wie auf dem Buchcover steht, sondern einige mehr, stellt er fest. Wie bei einer Gästeliste für einen Gratis-Event – man hat einfach mal mehr Gäste eingeladen als Plätze zur Verfügung standen. Dass letztlich alle angefragten Texte eintrudelten, ob sie von Promis wie Simon Reynolds oder weniger bekannten Autorinnen stammen, zeigt auch die Dringlichkeit, mit der das Thema Punk in den Herzen der Autorinnen pocht.

Ein diffuses 40-jähriges Punk-Jubiläum – 1976 soll ein gewisser Malcolm McLaren einem gewissen Johnny Rotten in Vivian Westwoods »Sex«-Boutique die erste Sicherheitsnadel durchs Ohrläppchen gepierct haben – spielt in den Texten keine Rolle. Die »Einschreibungen« in die Historie ergeben sich durch den Mehrwert, den Punk gerade heute als Haltung hat. So ist das Buch ein tolles, subjektivistisches Kompendium der Punk-Musik-Geschichte, das viele jetzt brauchbare Verwendungen des Punk-Begriffs zu ihrem Recht kommen lässt. Daneben lohnt es sich auch als Ratgeber für gute und schlechte Musik. Denn über Musik kann man sich genau so streiten, wie über den einen oder anderen Text im Buch und darüber, ob die eine Postpunk war, bevor der andere Punk wurde. Unstrittig dürfte aber schon nach dem Vortrag in der Baustelle Kalk sein, dass Punk für viele ein geeignetes Mittel ist, um feministische, anti-rassistische und sonstige vom Mainstream abweichende Positionen laut und deutlich zu artikulieren. Die Geschichte ist nicht vorüber, sie wird laufend gemacht. Wir heben die Gläser, Flaschen und Dosen auf die nächsten 40 Jahre!

Wir verlosen 3 Exemplare – tragt euch bei Interesse einfach in das Formular ein!
Teilnahme ab 18 Jahre. Einsendeschluss ist der 25.11.2016. Rechtsweg ist ausgeschlossen.