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Fans & Fungus

Alan Tudyk über »Con Man«

Wray Nerely erlebt in »Con Man« als von Selbstzweifeln zerfressender Serien-Held den geballten Sci-Fi-Convention-Albtraum. Bastian Küllenberg sprach mit Hauptdarsteller, Regisseur und Autor Alan Tudyk über Fans, »Firefly« und Fungus.
Geschrieben am
Warst oder bist du Fan von etwas?
Ich war ein richtiger Comedy-Nerd und großer Fan der Filme von Mel Brooks und von Monty Python. Später wurde ich dann ein Theater-Nerd. Das Wort »Nerd« wird bei mir oft benutzt. Einige Leute nennen mich zum Beispiel auch einen Musik-Nerd. Ich denke, auf unterschiedlichen Ebenen ist jeder Fan von irgendwas. Bei manchen ist es eine Sportmannschaft, bei anderen die Familie. Es geht darum, was du am meisten schätzt.  

Deine ersten Erfahrungen mit Science-Fiction war die Serie »Firefly«, die nach einer Staffel abgesetzt wurde, aber mittlerweile von vielen Fans kultisch verehrt wird.
Ich war sehr erstaunt, wie sich »Firefly« entwickelt hat. Ich glaube, auch Menschen die mit »Firefly« überhaupt nichts zu tun hatten, waren erstaunt. Es wurde mit der Zeit immer beliebter. Wir wurden ja nicht ohne Grund abgesetzt: Niemand schaute die Serie! Natürlich hat es FOX uns auch nicht unbedingt leicht gemacht, indem sie die Sendezeiten variierten oder Folgen außerhalb der Reihe zeigten. Heute ist »Firefly« dagegen berühmter als jemals zuvor. Das Internet hat viel geholfen. 
 Wie viel von deinen eigenen Convention-Erfahrungen mit »Firefly« stecken in »Con Man«?
Die ganze Welt hat mich durch »Firefly« kennengelernt, daher ist es schwer für mich das zu trennen. Ich war ein Außenseiter, der in die Sci-Fi-Welt gekommen ist. Dieser Umstand hat mich in die Lage versetzt, später darüber zu schreiben. Ich bin nicht aus eigenem Antrieb auf Sci-Fi-Conventions gegangen, sie sind eher zu mir gekommen in den 13 Jahren seit »Firefly« gecancelt wurde. Je nachdem wie mein Terminplan es zulässt, gehe ich zu acht bis zehn Conventions im Jahr. Ich liebe es! Wray Nerelys Reaktionen auf diese Welt entsprechen dabei aber nicht meinen eigenen. Aber ich habe auch oft Menschen gesehen, die nicht wertschätzen was sie an Conventions haben. Man trifft dort sehr unterschiedliche Leute. Bei manchen Schauspielern wartet niemand auf deren Autogramme und es macht sie sehr verbittert. Andere dagegen, erachten die langen Schlangen an ihren Tischen für selbstverständlich. Ich konnte also aus meinen eigenen Erfahrungen und Beobachtungen schöpfen.  

Deine Figur erlebt in der Serie eine Menge ausgeflippter Fans, deren Verhalten er nicht wirklich versteht. Ging es dir ähnlich?

Viele der Begegnungen mit Fans die in »Con Man« gezeigt werden, haben tatsächlich stattgefunden. Dieser Typ, der sagt er sei ein »Umarmer« und der Wray dann gegen seinen Protest in den Arm nimmt, das war eigentlich eine ganze Familie. Die Mutter rief »We’re huggers!« und dann haben wir uns alle umarmt. Es war der Höhepunkt meines Tages. Sie waren so enthusiastisch und haben »Firefly« immer zusammen gesehen. Sci-Fi-Fans haben generell einen großartigen Sinn für Humor, nur Wray Nerely hat das noch nicht verstanden. Er möchte berühmt sein, und das ist er auch. Aber er erkennt es nicht an. Seine Reaktionen erwecken den Eindruck, als seien die Fans das Problem, aber eigentlich ist es Wray selbst. Ich persönlich hatte noch nie Probleme mit Fans, sie sind meistens sehr höflich. Die einzigen, die ich als unhöflich erlebt hab, sind Paparazzi. Aber das Problem betrifft mich ebenfalls nicht, da mein Image für sie nichts wert ist. Und das ist auch besser so. Die Menschen die ich kenne, die dieses Level an Berühmtheit haben, büßen dadurch einen großen Teil ihrer Freiheit ein. Das ist traurig. Fans sind einfach Menschen, aber das sind Paparazzi nicht. Sie sind wie Fungus.  

In »Con Man« treten einige der Darsteller aus »Firelfy« in Nebenrollen auf. Nathan Fillion wird sogar als einer der Co-Producer genannt. Wie war es, nach so vielen Jahren wieder mit ihm zu arbeiten?

Fantastisch! Wir sehen uns recht häufig. Es vergeht kein Jahr, in dem wir uns nicht irgendwo auf einer Convention oder bei einer seiner Partys begegnen. Aber es war großartig wieder zusammen mit ihm zu drehen. Gegen Ende der Staffel gibt es einige Szenen, in denen ich wieder mit Nathan in einem Raumschiff sein konnte. Das hat großen Spaß gemacht. »Firefly« wurde abgesetzt, wir alle sind älter geworden und ich denke nicht, dass wir das noch einmal machen werden. Meine Figur ist ja auch bereits gestorben. Wir hatten somit die Möglichkeit, das zu umschiffen und noch einmal eine kleine Space-Show zu drehen.  

Die Chancen für eine Fortsetzung von »Firefly« stehen demnach schlecht?

Joss Whedon hat beim 10jährigen Jubiläum auf der ComicCon in San Diego gesagt, dass er nicht versuchen möchte, etwas wiederbeleben möchte, was derart gewachsen ist. Es ist so viel Zeit vergangen. Das wäre wie ein schlimmes Sequel zu einem Film zu drehen, das dann den ersten Teil ruiniert.  

Ein Problem, was man von »Star Wars Episode 1« kennt.

Sie haben damals eine sensationell schlechte Version abgeliefert. Ich bin daher sehr gespannt auf »Episode 7« und denke, JJ Abrahams bringt die alte Magie zurück. Da steckt noch sehr viel in diesem Universum. Es geht wieder um echte Sets und Requisiten an echten Drehorten. Ich drehe grade »Rogue One«, den nächsten »Star Wars«-Film und wir machen es genauso.  

Da stehen dir in Zukunft wohl noch einige Sci-Fi-Conventions bevor.
Ja, das ist großartig! Fans sind bereit dir überall hin zu folgen, besonders in der Sci-Fi-Welt. Aktuell bekomme ich sogar neben den Fragen zu »Firefly« bereits solche zu »Con Man« zu hören. Wenn du Glück hast, werden sich die Fans mit dir zusammen entwickeln. Ich bezweifle, dass sie mich einfach fallenlassen, nachdem ich in »Star Wars« mitgespielt habe.      

- »Con Man« ist exklusiv auf VOD bei Vimeo zu sehen.

Update: Ganz frisch ist nun der Trailer zu Staffel zwei erschienen. Mit einer ganzen Menge Cameos!

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