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DVD: »Blau ist eine warme Farbe«

Coming Out und die große Liebe

Der tunesische Filmemacher adaptierte den Comic der Französin Julie Maroh. Sie war nicht zufrieden, doch die Kritiker sind begeistert.
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Adèle ist fünfzehn, als sie Emma trifft. Eine flüchtige Begegnung auf der Straße. Die Heranwachsende versucht es mit Jungs, hat zum ersten Mal Sex, aber irgendwie geht ihr die Frau mit den blauen Haaren nicht mehr aus dem Kopf. Sie trifft Emma in einer Schwulenbar wieder, und es beginnt eine Liebesgeschichte. Die französische Comiczeichnerin Julie Maroh brachte sie in betörenden Linien aufs Papier, und der tunesische Filmemacher Abdellatif Kechiche adaptierte sie recht frei für die Leinwand. Auch wenn sich die junge Autorin nicht ganz einverstanden zeigte mit der Adaption, erhielt der Regisseur dafür gemeinsam mit seinen Hauptdarstellerinnen die Goldene Palme – und das absolut zu Recht.

 

Der Film ist explizit und mutig. Er erzählt nicht nur von einem Coming-out, sondern vom elementarsten aller Dinge: der Liebe. Es ist eine Geschichte von Lust und Leid, wahrhaftig erzählt und mit einem sorgfältig ausgewählten Soundtrack. Substanz verleihen ihr Adèle Exarchopoulos und Léa Seydoux, die sich vor Kechiches Kamera vor allem emotional entblößten.

 

»Blau ist eine warme Farbe« (F 2012; R: Abdellatif Kechiche; D: Adèle Exarchopoulos, Léa Seydoux, Salim Kechiouche; Alamode)