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Tatsachen und Tagträume

»Capote In Kansas«

Eine Graphic Novel auf den Spuren von »Kaltblütig«. »Capote In Kansas« begleitet den Autor bei seiner Recherche im Kleinstadt-Kosmos in harten Schwarz-Weiß-Zeichnungen.
Geschrieben am
Ande Parks Werk ist klar der Fiktion zuzurechnen. Statt sich rein an die Fakten zur Vorgeschichte einer der bedeutendsten Romane der letzten 50 Jahre zu halten, entwirft der Autor eine spannende Idee dessen, was die Entstehung von Truman Capotes »Kaltblütig« angeht.

Es ist 1959. Der New Yorker Schreiber wird für seine Gesellschafts-Satiren der Sorte »Breakfast At Tiffanys« gefeiert, doch irgendetwas rumort ihn ihm. Ein neuer Stoff muss her, eine andere Art des Schreibens. Ein Tatsachenroman.Capote reist nach Kansas, in die Kleinstadt Holcomb, um dort einen Mordfall zu recherchieren. Zunächst ist noch die Autorin Harper Lee, eine Kindheitsfreundin Capotes, an seiner Seite und macht sich Gedanken über ihren bald erscheinenden Roman »Wer die Nachtigall stört«. Irgendwann jedoch reist sie ab und der Autor ist auf sich allein gestellt. 

Ruhig und auf Dialoge und Details bedacht, erzählt Park die Geschichte eines Mannes, der förmlich aufgesogen wird vom Stoff seines Werks und dabei oft genug sich selber hinterfragen muss. Zeichner Chris Samnee setzt die Handlung in klarem Schwarz-Weiß, ohne Grautöne um. Grobe Schatten verhelfen ihm dazu, ein sehr stimmungsvolles Bild der traumatisierten Kleinstadt und ihrer Bewohner zu entwerfen. 

Man muss kein absoluter Capote-Experte sein, um diese Graphic Novel zu mögen. Auch als kriminalistisches Recherche-Drama funktioniert »Capote In Kansas« hervorragend.
»Capote In Kansas« erscheint bei Panini Comics.