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Vier gewinnt

»Call Of Duty: Black Ops III«

Das US-Entwicklerstudio Treyarch führt den »Call Of Duty«-Ableger »Black Ops« in die dritte Runde und bemüht sich sichtlich, die erzählerischen Ambitionen und Multiplayer-Qualitäten der Vorgänger fortzuführen.
Geschrieben am
Mit »Call Of Duty« ist es ein wenig wie mit der »Bild«-Zeitung: Jeder scheint in verlässlicher Regelmäßigkeit darauf zu schimpfen – abgesetzt werden jedes Mal trotzdem mehrere Millionen Exemplare. An diesem Ruf gemessen gilt die »Black Ops«-Reihe als sträflich unterschätzt, steckten hinter der martialischen Oberfläche doch immer wieder clevere Wendungen und überraschende Gameplay-Twists. So kann auch die Geschichte von »Black Ops 3« in ihren besten Momenten für ungläubiges Staunen sorgen. Vor den fragwürdig glorifizierenden, testosterongeschwängerten Plattitüden bewahren diese Ambitionen allerdings auch hier nicht. Der Plot erinnert derweil auffällig an den Rollenspiel-Klassiker »Deus Ex« oder auch Neill Blomkamps »Elysium« und widmet sich in diesem Zuge den dystopischen Auswirkungen eines neuen, militärisch genutzten Transhumanismus. Doch so enigmatisch und philosophisch sich »Black Ops 3« bisweilen auch wieder gibt – die smart eingewobene Schlüsselmomente des zweiten Teils wurden scheinbar einfach wegrationalisiert. Der Weg führt wieder streng von A nach B.
Damit »Black Ops 3« nicht gänzlich in den hochpolierten aber ermüdend linearen Schießbuden-Habitus der Franchise-Familie verfällt, ist es in der Einzelspieler-Kampagne erstmals möglich, mit bis zu vier Mitspielern gleichzeitig los zu ziehen. Das kommt dem ohnehin schon immer recht simpel und Arcade-lastig gehaltenen Gameplay sehr zu Gute und dürfte die Halbwertszeit der Kampagne merklich nach oben schrauben. Darüber hinaus hat dieser Dreh ein deutlich offeneres Level-Design zur Folge, welches sich ohne tatkräftige Mitstreiter allerdings fast genauso schnell abnutzt, wie bisher. Das gilt natürlich in erster Linie für erfahrene Spieler, die mit der Reihe bereits seit längerem vertraut sind – Neueinsteiger dürften dem gewohnten »Production Value« und Hollywood-Pomp je nach Geschmack durchaus etwas abgewinnen können. Das Herzstück von »Black Ops 3« ist wie auch schon zuvor der Multiplayer-Modus, in dem man gerade als Gelegenheitsspieler ordentlich einstecken darf. Ordentlich Spaß macht diese Variante trotzdem immer noch, gehören die Multiplayer-Matches von »Black Ops« doch seit jeher zu den benutzerfreundlichsten und am besten ausbalancierten Modi ihrer Art. Das jüngst eingeführte Klassensystem und die neue Agilität frischen diesen Aspekt noch einmal angenehm auf, ohne dabei allzu hart an der Erfolgsformel zu wackeln.
Wer sich ohnehin nicht alleine mit »Black Ops 3« beschäftigen würde, der bekommt hier genau das, was die Reihe von Anfang an ausgemacht hat: Einen anspruchsvollen, straffen Multiplayer-Shooter. Die Kampagne gewinnt dabei vor allem über den kooperativen Modus an Reiz, dürfte Singleplayer-Puristen ohne reale Mitstreiter aber nur bedingt überzeugen, bleibt das nackte Solo-Gameplay doch trotz der vertraut hochwertig inszenierten Geschichte relativ eintönig.

Activision Blizzard Deutschland

Call of Duty: Black Ops 3 - Day One Edition - [PlayStation 4]

Release: 06.11.2015