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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Feminismus, New Wave, Science-Fiction und mehr

Bücher gegen die Herbstdepression

Im Herbst segeln die Blätter von den Bäumen, die Dunkelheit fällt nach der Zeitumstellung noch vor dem Abend über den Tag her – und die Temperaturen rasen in den Keller. Zeit, sich unter der Decke zu verkriechen und ein paar Bücher vom Nachttisch zu lesen. Wolfgang Frömberg hat so schon den Sommer verbracht und empfiehlt seine Favoriten des Jahres. Von der Great American Novel aus der Punk-Ära New Yorks bis zum ganz speziellen Positionspapier eines Hamburger Militanten.
Geschrieben am
01 Garth Risk Hallberg: »City On Fire«
Der Autor wurde 1978 geboren und erzählt in seinem Mammut »City On Fire« aus vielen Perspektiven von der Jahreswende 1976/77. Die Musiker einer Proto-No-Wave-Band gehören ebenso zum Figuren-Ensemble wie ein Teenage-Punk-Girl, der investigative Zeitungsreporter und die Familienmitglieder einer Investment-Dynastie. Fixpunkt der Story ist ein mysteriöses Verbrechen im Central Park. Nebenbei zeichnet Hallberg in vielen Details einen Stadtplan eines alten New York, das so nicht mehr existiert.

Garth Risk Hallberg

City on Fire: Roman

Release: 10.03.2016

02 Elena Ferrante: »Meine geniale Freundin«
Es war ein Aufreger in der Literaturszene, als die wahre Autorin hinter dem Pseudonym Ferrante von einem Literaturpaparazzo enttarnt wurde. Länger als dieser Buzz währt jedoch die Freude an der Geschichte von Ich-Erzählerin Lenù und Freundin Lila selbst. Mit der Ruhe des nötigen Abstands entführt uns Lenù in die Gedanken eines Mädchens, das mit den Verhältnissen im Neapel der Nachkriegszeit kämpft. Eine abenteuerliche Freundschaft und ein Seiltanz zwischen kindlicher Naivität und großer Weisheit.

Elena Ferrante

Meine geniale Freundin: Band 1 der Neapolitanischen Saga (Kindheit und frühe Jugend) (Neapolitanische Saga)

Release: 29.08.2016

03 Diverse: »Damaged Goods«
1976 hätte man für die Behauptung, später würden 40 Jahre »No Future« in Ausstellungen und Büchern gefeiert, wohl eine Dose Bier an den Kopf bekommen. Heute darf man sie gemütlich auf dem Sofa öffnen – und sich das Gebräu zu den von Jonas Engelmann unter dem Titel »Damaged Goods« kompilierten »150 Einträgen in die Punk-Geschichte« reinziehen. Gute Autorinnen schreiben über interessante Platten und erzählen neue Geschichten. Und sowieso: Punk taugt doch eher zum Weiterspinnen als zur Nostalgie. 

Damaged Goods: 150 Einträge in die Punk-Geschichte

Release: 12.09.2016

04 James Tiptree Jr.: »Die Mauern der Welt hoch«
Hinter diesem Pseudonym verbarg sich die 1915 geborene Autorin Alice B. Sheldon. Seit Ende der 1960er-Jahre schrieb sie als Mann und hielt ihr wahres Ich selbst vor engen Brieffreundinnen lange geheim. Mit den Eltern war sie als Kind in Afrika auf Großwildjagd, später arbeitete sie beim Geheimdienst. Aber Tiptree war keine Reaktionärin. In vielen Briefen warf sie Identitätsfragen auf, ihre Short Storys sind tolle, feministische Science Fiction – und dieser späte Roman ein i-Tüpfelchen aufs Lebenswerk.

James Tiptree Jr.

Die Mauern der Welt hoch: Roman

Release: 18.07.2016

05 William Gibson: »Peripherie«
Cyberpunk-Opa William Gibson hat noch mit jedem Roman seit »Neuromancer« bewiesen, dass er sich dem Zeitgeist nicht anbiedern muss. Entweder sein Sound trifft ihn genau – oder er ist ihm um einige Takte voraus. Zwischenzeitlich war er als Erzähler in der Gegenwart gelandet, in »Peripherie« entwirft er wieder eine nahe Zukunft, in der die Realität zum Game wird und umgekehrt. Die Charaktere kommen wie üblich aus den Milieus der Subkultur, der organisierten Kriminalität und der Pop-Celebrities. 

William Gibson

Peripherie: Roman

Release: 16.09.2016

06 Margarete Stokowski: »Untenrum frei«
Der große Wurf der SPON-Kolumnistin: »Für mich bedeutet Feminismus, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht und ihrer Sexualität und ihrem Körper dieselben Rechte und Freiheiten haben sollen. Natürlich ist das keine Frage, die man nur anhand von Kriterien wie Weiblichkeit, Männlichkeit, Hetero-, Homo- oder Bisexualität diskutieren kann. Einschränkungen von Rechten und Freiheiten haben und hatten immer schon auch mit Herkunft zu tun: im ethnischen Sinne wie auch als Klassenfrage.« 

Rowohlt

Untenrum frei

07 Ale Dumbsky: »Rede auf drei Stühlen«
Man muss nicht zwischen den Stühlen sitzen bleiben, sondern kann auch zwischen ihnen hin- und herwechseln, um Formen des Protests und des Widerstands zu artikulieren – darunter solche, die man für falsch hält. Ale Dumbsky, einst Mitglied bei den Goldenen Zitronen und Mitbegründer des Labels Buback Tonträger, hat für seinen leidenschaftlichen und schlauen Text eine besondere Choreografie erdacht. Eine Art Kriegstanz gegen das beharrliche Aussitzen gesellschaftlicher Dummheit.

Ale Dumbsky

Rede auf drei Stühlen

Release: 12.08.2016