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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

Bal – Honig

Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.
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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Bal – Honig
(Foto)
R: Semih Kaplanoglu; D: Bora Atlas, Tülin Özen, Erdal Besikcioglu
Völlig zurecht sahnte Semih Kaplanoglus „Bal“ bei der diesjährigen Berlinale den Goldenen Bären ab, bringt der Film doch traumwandlerisch elegant eine gediegene Programmkino-Ästhetik an den Mann, die sich der Kino-Laufkundschaft ansonsten verschließt. „Bal“ erzählt ohne viel Worte die poetische Geschichte des jungen Yussuf, der mit seinen Eltern in einer abgeschiedenen Bergregion wohnt und seinen Vater häufig bei dessen Imker-Rundgängen begleitet.

Zum Abschluss der (kein Scherz!) Eier-Milch-und-Honig-Trilogie werden uns dabei Bilder von beiläufiger aber gewaltiger Schönheit zuteil, die sich trotzdem nie mit selbstgerechtem Arthaus-Gestus aufdrängen. „Bal“ ist ein Film, über den man stolpert wie über einen Wäschehaufen in der Nacht, und der einen dann auffängt wie das eigene warme Bett. Alles wird gut.



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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Hump Day
R: Lynn Shelton; D: Mark Duplass, Joshua Leonard, Alycia Delmore etc.
Der unverkrampfte Umgang mit der eigenen Männlichkeit fällt dem „lustigen Geschlecht“ im Internetzeitalter offenbar immer schwerer. Als Trostpflaster gibt es die berühmt-berüchtigten Bromances einerseits und die völlig übersteigerte Sehnsucht, wieder mal alles in Kumpel und Wimps, Schlampen und Mutti einzuteilen. In „Hump Day“ beschließen zwei ehemalige College-Studenten mehr oder weniger aus Versehen, zusammen einen Beitrag zu einem Amateurporno-Festival zu drehen, bei dem sie beide homosexuelle Hauptrollen haben. Auch wenn das ganze Unternehmen vor allem dazu dienen soll, die eigene Aufgeschlossenheit unter Beweis zu stellen, wird am Ende mehr geredet als gepimpert. Und was sich zuerst anhört wie ein weiterer nerviger Kevin Smith-Film, ist schließlich doch ein überraschend zärtliches Buddy-Movie geworden, dass zu seiner Geschlechterrollenthematik entwaffnenden Humor reicht.



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Wie jeden Donnerstag: Die wichtigsten neuen Kinofilme, vorab gesehen und für gut oder schlecht befunden von unserem Filmfachmann Alexander Dahas.

Rammbock
R: Marvin Kren; D: Michael Fuith, Theo Trebs, Anka Graczyk etc.
Einen eigenen Zombiefilm will eigentlich jeder mal drehen, der seit längerem in einem Berliner Hinterhaus wohnt und regelmäßig von der Verrückten gegenüber angeschrien wird. Marvin Kren hat sich seinen Traum erfüllt, und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Mit großem Gespür für Atmosphäre und Spannung lässt er seine infizierte Horde auf die Mietskasernen los, in deren Wohnungen sich die rechtzeitig Informierten verschanzen. Statt Blut und Knorpel dominiert dabei allerdings die kammerspielartige Inszenierung, die den Blick für menschliche Fragen nicht verliert. Dadurch wird der Zombie als metaphorische Figur wieder aufgewertet und Leute wieder ins Kino gelockt, die vom üblichen Horrorpersonal ansonsten stark angeödet sind.



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