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Die richtigen Akzente setzen

Awkwafina im Gespräch

Sie hat einen Reiseführer für New York verfasst, ist Rapperin und Moderatorin. Jetzt spielt sie eine tragende Rolle im Heist-Movie »Ocean’s 8«. Patrick Heidmann sprach mit Nora Lum a.k.a. Awkwafina über Karriere trotz Klischeevermeidung.

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Musikalisch bist du seit vielen Jahren aktiv, und kleinere Schauspieljobs hattest du auch schon, aber noch keine so große Rolle wie in »Ocean’s 8«. Aufgeregt?
Und wie. Aber nicht wegen der öffentlichen Aufmerksamkeit, sondern wegen der Kolleginnen, mit denen ich vor der Kamera stand. Als wir mit den Dreharbeiten anfingen, fühlte ich mich wie am ersten Schultag. Schweißausbrüche, weiche Knie, das volle Programm. Aber genau wie in der Schule legte sich das erstaunlich schnell. Sandra Bullock, Cate Blanchett und die anderen haben es mir verdammt leicht gemacht. Alle waren bezaubernd. Es dauerte nicht lange, bis wir eine echte Clique waren.

Du spielst im Film nicht – wie es das Klischee für asiatisch-stämmige Schauspielerinnen und Schauspieler ist – die pfiffige Hackerin ...
Ich bin eine Taschendiebin aus Queens. Für den Computer-Kram ist Rihanna zuständig. Was ich natürlich super fand, denn das Letzte, worum es mir geht, ist das Wiederholen öder Stereotype.

Wie schwer ist es, solche Prinzipien aufrechtzuerhalten, wenn man erst am Anfang seiner Karriere steht und Geld verdienen muss?
Es ist verdammt hart, »Nein« zu sagen, wenn man noch kein bisschen etabliert ist. Das erfordert eine gewisse Portion an Charakterstärke. Und natürlich muss jeder selbst entscheiden, wo die Toleranzgrenze liegt. Selbstverständlich habe ich in den letzten Jahren manches Drehbuch gelesen, in dem es für mich nur eine Rolle gegeben hätte, die ich einfach nicht guten Gewissens spielen konnte. Und Geld hin oder her – in diesen Fällen fiel mir die Absage nicht schwer. Ich will einfach keine Rolle spielen, die nur die lachhaftesten Klischees reproduziert. Und ich werde auch nicht mit einem Akzent sprechen, den ich nicht habe, wenn es dafür nicht einen guten Grund gibt.

Wie oft landen denn solche Drehbücher auf deinem Tisch?
Interessanterweise inzwischen viel seltener als noch vor drei oder vier Jahren. Es ist tatsächlich zu spüren, dass sich in Hollywood etwas ändert. Zumindest in Sachen Diversität und was die Darstellung nicht-weißer Charaktere angeht. Es scheint sich herumzusprechen, dass auch das Publikum keine Lust mehr hat auf die ewig gleichen Stereotype, sondern offen ist für die Vielfalt, die wir ja auch im echten Leben sehen.

Ein gutes Beispiel dafür ist dein zweiter Film in diesem Sommer: »Crazy Rich«. Neben diesen beiden großen Filmrollen hast du gerade die neue EP »In Fina We Trust« veröffentlicht. Spielen Musik und Schauspielerei inzwischen eine gleich große Rolle für dich?
Musik wird immer meine erste Liebe bleiben, ganz egal, wie es mit der Schauspielerei weitergeht. Ich weiß, dass sie nie aus meinem Leben verschwinden wird. Aber beides lässt sich auch ganz gut unter einen Hut bringen. Natürlich habe ich keinen Einfluss auf Rollenangebote oder deren Timing und muss mich danach richten, welche Gelegenheiten sich mir bieten. Aber neue Songs schreiben oder produzieren, das kann ich immer irgendwie dazwischenschieben. Selbst wenn ich einen Film drehe, kann ich das noch abends im Hotelzimmer machen.

— »Ocean’s 8« (USA 2018; R: Gary Ross; D: Sandra Bullock, Cate Blanchett, Anne Hathaway; Kinostart: 21.06.18; Warner)

 

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