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»Ausgelöscht«: Die üblichen Unverdächtigen

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend. Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Wien ist das neue Münster: Mit der Bibi (Adele Neuhauser) hat man dem Moritz (Harald Krassnitzer) neuerdings eine notorisch derangierte Kollegin zu Seite gestellt, die ein bisschen mehr Slapstick in die sonst oft so morbiden Ösi-Tatorte bringen soll. Man kann jetzt schon sagen: Das hat sich gelohnt. Auch wenn es Eisners Gesundheit auf Dauer möglicherweise noch mehr schadet und er den Zentralfriedhof schon deutlich vor 60 erreicht. Man hat es eben nicht einfach als »Depp« (lies: Polizist). Der gestrige Wiener Fall »Ausgelöscht« muss sich gegen diesen eingangs erwähnten Klamauk zwar erstmal durchsetzen, am Ende aber siegt das Drehbuch mit einem durchaus charmanten »Keyser Söze«-Moment - freilich ohne Kevin Spacey, dafür aber mit einem lupenreinen Film-Noir-Abgang auf bulgarisch. Kann man machen.

Davor gibt's allerdings erstmal das: Bibi singt Karaoke für/mit Inkasso Heinzi (Simon Schwarz) und trinkt wieder (Nuttenbrause), der Eisner findet den emsigen, die Becker-Faust schwingenden (Ex-)Freund seiner Tochter Claudia irgendwie doch sympathisch, die geile Kollegin vom Eisner kann sich räkeln wie sie will (»Ich mach Dir's - äh: das!«) - dem Moritz geht's um die Sache. Soviel Spaß für wenig Gebührengeld.
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1306737249]Absolut unspannend. Schlimmste Szene: Als Bibi zitternd und mit einem Gesichtsausdruck wie Steffi Graf in ihre zerstörte Wohnung tritt.[/usercomment|
Darin eingebettet allerdings liegt eine hübsche Story um organisiertes internationales Verbrechen, während deren Verlauf man zwar immer wieder eine Ahnung kriegt, dass die gesandte bulgarische Kollegin eher eine »Kollegin« ist, der Twist zum Schluss kommt aber dennoch mit einem Mindestmaß an Überraschung: Die vermeintliche Insiderin und Galabova entpuppt sich quasi als Kopf der bulgarischen Mafia und ehe sich der Eisner versieht, sitzt die schon wieder im Flieger nach Sofia. Ein »Tatort« ohne gefassten Täter und eine Art »Die üblichen Verdächtigen« auf österreichisch. So kann's doch weiter gehen mit den Wienern.

Weiter geht's auch am 05.06. mit dem Münchener Tatort "Gestern war kein Tag".

Den aktuellen "Tatort" kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

"Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?":
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema "So war der Tatort gestern" unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.