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N 2006

Auf Anfang

Der als Generationenporträt hochgelobte Spielfilm "Auf Anfang" bietet sich als Untersuchungsobjekt für die vergleichende Subkulturforschung an. Den Soundtrack zu den Delirien anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags liefern hier Joy Division. "Punk in Norwegen" fand zeitversetzt noch bis Ende d
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Der als Generationenporträt hochgelobte Spielfilm "Auf Anfang" bietet sich als Untersuchungsobjekt für die vergleichende Subkulturforschung an. Den Soundtrack zu den Delirien anlässlich des norwegischen Nationalfeiertags liefern hier Joy Division. "Punk in Norwegen" fand zeitversetzt noch bis Ende der 90er Jahre statt - im superreichen Ölstaat vielleicht sogar als Fundamentalopposition - und griff auf eigene Inspirationsquellen wie etwa die Bücher des Schriftstellers Tor Ulven zurück.

Regisseur Joachim Trier war offenkundig Teil dieser Jugendbewegung, scheint darüber im Rückblick aber nicht allzu glücklich. Er zeichnet in seinem Debüt das recht schonungslose Porträt eines Männerbundes, der einer Art Kunstreligion anhängt und keine Frauen als Nebengötter duldet. Permanent auf der Jagd nach Distinktionsgewinnen, fällt es dieser Clique schwer, mit der psychischen Erkrankung eines ihrer Mitglieder umzugehen. Weitere Auflösungserscheinungen machen sich bemerkbar, wobei der Zynismus des Punk in Werbeagenturen gesellschaftskonform aufgeht.

Als Abrechnung kommt "Auf Anfang" trotzdem nicht daher. Joachim Trier setzt die Geschichte in Anführungszeichen und spielt zu Beginn und am Ende mehrere Variationen durch. Es hätte immer auch alles ganz anders kommen können, soll das wohl heißen. Diese chaostheoretische Philosophie stimmt einen auch nicht unbedingt hoffnungsfroher als "No Future".