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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Botschafterinnen der Mode. Star-Mannequins und Fotomodelle der Fünfziger Jahre in internationaler Modefotografie

Adelheid Rasche

Wo fing das an, was ist passiert, was hat uns bloß so ruiniert ...? – So oder so ähnlich könnte die Überschrift zum Thema Ikonisierung von Mode und Modegestalten lauten. Klar, dass es Mode in ihrer heutigen Form nicht schon immer gab. Man muss aber nicht bis zur Industrialisierung zurückgehen,
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Wo fing das an, was ist passiert, was hat uns bloß so ruiniert ...? – So oder so ähnlich könnte die Überschrift zum Thema Ikonisierung von Mode und Modegestalten lauten. Klar, dass es Mode in ihrer heutigen Form nicht schon immer gab. Man muss aber nicht bis zur Industrialisierung zurückgehen, um dieses Phänomen zu beleuchten. Ein mindestens ebenso wichtiger Punkt in der Fashion-Historie ist das Ende des 2. Weltkriegs. Presse, TV und Modenschauen rückten Mode in einen Fokus, in dem sie bisher noch nie gestanden hatte. Das Bedürfnis der Menschen nach Luxus und vorzeigbarem Wohlstand nach dem Krieg pushte nicht nur die Automobilwirtschaft, sondern auch die Modebranche. Anhand der beispielhaften Darstellung dreier Modelkarrieren aus den 50ern versucht das vorliegende Buch, der begleitende Katalog zu einer Ausstellung diesen Sommer in Berlin, die Entwicklung von Mode, von den Figuren, die sie präsentieren, darzustellen: Denise Sarrault (Starmodel für Givenchy, Paris), Susanne Erichsen (Gehringer & Glupp, Ex-Miss-Germany, Berlin) und Elfi Wildfeuer (Bogner), die übrigens an diesem Buch mitgearbeitet haben, waren als Repräsentantinnen maßgeblich am Modeboom jener Dekade beteiligt. Texte und Interviews aus jener Zeit wollen nicht nur belegen, wie sehr sich das Verständnis von Mode und deren Repräsentierung seither verändert hat, sondern auch, wo der heutige Begriff und die Reichweite von Mode wurzelt. Leider hat sich die Herausgeberin mehr für einen Bildband als für eine textliche Darstellung entschieden. Klasse Fotos, aber wo bleibt die Reflexion? Kurzbiografien der Mannequins und schnipselhafte Zeitungs- und Buchzitate können die Fragen, die die interessante Einführung aufgeworfen hat, nicht beantworten. Schade. Bei einem solch interessanten Thema hätte man sich eine weniger gefällige und oberflächliche Behandlung gewünscht. Man gewinnt den Eindruck, dass Mode als hermetisches System funktioniert. Ist ja ganz schön, was die Modewelt an Produkten und Bildern offeriert, aber oft geht das an den Bedürfnissen und Erwartungen der KonsumentInnen vorbei. Dieses Buch tut das leider auch. Bleibt bei Fee und mir im Büro stehen.