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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»A Game With A Brain«

Deus Ex: Human Revolution

»Und wenn die Nacht anbricht, ist diese Stadt aus Licht.« Das Zitat von Kraftwerk wäre ein guter Untertitel zum neuen Teil der Serie »Deus Ex«, die sich nach elf Jahren neu erfinden will.
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Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Microsoft und Sony werden wohl erst im nächsten Jahr eine neue Konsolengeneration ankündigen. Die gute Nachricht kommt in Form von »Deus Ex: Human Revolution«, einer Mischung aus Action- und Rollenspiel, dessen Umfang und Möglichkeiten aus Erfahrungen resultieren, die Entwickler in der Regel erst im Verlauf von Jahren nach Einführung einer neuen Konsolengeneration darauf sammeln können.

Von Eidos in Montreal umgesetzt, erzählt dieses Prequel zum damals von Warren Spector erdachten »Deus Ex« (2000) die Geschichte von Adam Jensen, der in der Detroiter Biotechnologiefirma Sarif Industries im Jahr 2027 als Wächter arbeitet. Bei einem Angriff auf die Firma wird er zuerst getötet und dann wiederbelebt – nun ausgestattet mit diversen bionischen Erweiterungen. Nichts ist mehr wie vorher, und eine Frage will geklärt werden: Steckt die Konkurrenzfirma Versalife hinter dem Anschlag auf die Wissenschaftlerin, die Adam eigentlich beschützen sollte?

Während andere Titel an ähnlichen Spielideen aufgrund einer kargen Spielwelt mit miserablen Charakteren oft scheiterten, will man das Schicksal von Adam Jensen sofort selbst in die Hand nehmen. Die unterschiedlichen Augmentationen mit bis zu 50 Upgrade-Möglichkeiten sind dabei der Schlüssel zur Abwechslung, wobei das intelligent gestaltete Menüsystem selbst Neulingen die Verwaltung der Fähigkeiten ermöglicht. Mehr Kraft, Röntgenblick, Unsichtbarkeit – die Mischung aus »Blade Runner« und »Mission Impossible« funktioniert, und optisch taucht das Spiel in ein Meer aus weich gezeichneten Farbtönen, die der Entwickler selbst schon als »Cyber-Renaissance« beschrieb.

Jede Tür, jede Laserschranke, jeder Gegner stellt den Spieler immer wieder neu vor die Herausforderung, mit welchen Mitteln das Problem zu lösen ist. »A game with a brain«? Exakt das ist spielerisch gelungen. Im Ergebnis steht eines der besten Spiele 2011 – lange vor der nächsten Konsolengeneration, die uns zunächst doch nur bessere Grafik statt bessere Spielinhalte versprechen kann.

»Deus Ex: Human Revolution« für PS3, Xbox 360 und PC (Eidos)