×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

No Place Like Home

9. Internationales Filmfestival Dortmund

"No Place Like Home" - einmal mehr die Heimat als Moment der Inspiration. Die Macher des Dortmunder Filmfestivals (02.-06.04.) lassen freilich im Titel bewusst offen, ob dieser Ort, den wir zumeist unreflektiert Heimat nennen, ein positiv oder negativ besetzter ist. Die Ableitung überlassen sie den
Geschrieben am

"No Place Like Home" - einmal mehr die Heimat als Moment der Inspiration. Die Macher des Dortmunder Filmfestivals (02.-06.04.) lassen freilich im Titel bewusst offen, ob dieser Ort, den wir zumeist unreflektiert Heimat nennen, ein positiv oder negativ besetzter ist. Die Ableitung überlassen sie den Zuschauern, und die dürften nach Sichtung der mehr als 100 Regie-Anregungen zwischen den Polen Dokumentar- und Spielfilm sicherlich ein repräsentatives empirisches Bild zur Verfügung haben. Es geht dem Festival in diesem Jahr aber nicht nur um ein Sich-Abarbeiten an jeglicher Form von Heimatthematik, sondern um den speziellen weiblichen Blick auf den Begriff. Das Festival trägt nicht umsonst den Untertitel "Femme Total". Und so kommen stringenterweise alle Beiträge von Frauen. So vielseitig der Heimatbegriff, so facettenreich die filmerische Herangehenswiese - und das Festivalprogramm. Da sind zum einen die "Family Affairs", jene Filme, die den Blick auf die innerfamiliären Strukturen und Beziehungen richten. Eine andere Reihe widmet sich dem Zuhause als Ort von Horrorgeschichten zwischen Geistern und Kannibalen. "Unheimliches Heim" haben das die Macher betitelt. Und doch wissen sie, dass zumeist kein konstruierter Horror dem Alltäglichen das Wasser reichen kann. Die Dokumentarfilm-Reihe lehrt uns, wie deutlich andere Kulturen ihre Heimat als Konfliktort spüren. Zum Beispiel chinesische Landarbeiter, die von einem Job zum nächsten ziehen müssen. Oder Siedler im besetzten Palästina. Fehlen darf in dieser Reihe natürlich nicht die Grenzregion zwischen den USA und Mexiko. Zudem gibt es in Dortmund jede Menge Specials: zu jungen deutschen Schauspielerinnen, Musikvideos (sehr schön nach einem Stück von Anita Lane betitelt: "Home Is Where The Hatred Are" - wobei ich mich zu erinnern denke, dass das nur gecovert war ...) und Afghanistan. Und als ob das alles nicht genug wäre: Für die ganz Unkaputtbaren unter den Besuchern gibt es für eine noch tiefer gehende Beschäftigung Workshops, Vorträge und Filmgespräche.