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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Indiegames: Drei ausgefallene freie Computerspiele

Web 2.0 und so..

So wie es für Musik eine Szene mit freier Musik gibt, so entdeckt man zwischen all dem Social-Media-Gedöns auch eine liebevoll gehegte Indiegames-Szene.
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So wie es für Musik eine Szene mit freier Musik gibt, so entdeckt man zwischen all dem Social-Media-Gedöns auch eine liebevoll gehegte Indiegames-Szene. Und da gibt es wirklich ein paar exzellente und interessante Computerspiele zum kostenlosen Download. Drei wundervolle Exemplare, die aus dem Standardraster fallen, hat sich unser Kolumnist mo. mal näher angeschaut.

Jumpman: Dreh mal die Schwerkraft um 45°!

Den Anfang macht das Spiel "Jumpman". Grundsätzlich ist "Jumpman" eine Art Remake eines Spiels aus der 8-bit-Ära - also von diesen primitiven Spielen, wie es sie auf dem Atari2600 gegeben hat. Dementsprechend einfach präsentiert sich die pixelige, aber charmante Grafik. Was hat der Spieler zu tun? Im Grunde muss man in jedem Level nur den kleinen Pixelmann laufend und springend in ein eigens aufgestelltes Zielfeld bugsieren.

Einige kleine visuelle und Gameplay-Innovationen machen die Besonderheit von "Jumpman" aus. Öhm, man könnte das Spiel durchaus auch als experimentell einstufen. Jedes Level besteht nur aus einem einzigen Bildschirm, jedoch sieht man im Hintergrund jeweils schon den nächsten Level, den man zu absolvieren hat. Und dort schon wieder den Übernächsten usw. Ein durchaus motivierender Faktor. Das Spielfeld wird zu einem Kaleidoskop, so ähnlich, als wenn man mit einer Videokamera das eigene Bild vom Fernseher abfilmt. Einfache Idee, aber sehr effektiv.



Neben diesem visuellen Effekt gibt es noch eine zweite Neuerung. Diese betrifft das Gameplay. In höheren Levels kann man per Tastendruck die gesamte Szenerie um jeweils 45 Grad drehen - und so auch die Schwerkraftverhältnisse ändern. Das wäre sehr langweilig, hätte das nicht auch Auswirkungen auf des Geschehen. Man kann mit diesem Trick wahlweise Gegner austricksen oder besonders hohe Plateaux mit diesem Trick erreichen. Die man durch bloßes Springen selbst eben nicht erreicht. Zum guten Schluss spendierte der Programmierer seinem Jumpman auch noch eine kleine Communityfunktion in Form eines Leveleditors. Selbstgestricke Levels sammelt er auf dieser Webseite: http://msm.grumpybumpers.com/?p=36.

Erfreulicherweise gibt es Jumpman als Sahnehäubchen auch für Mac und Linux. Am besten gleich runterladen unter www.runhello.com. Oder einen Blick auf das Gameplay (Video) werfen.

Auf der nächsten Seite: Corpse Craft - Jede Menge Arbeit für CSI.






Corpse Craft - Jede Menge Arbeit für CSI
Ein nicht minder galantes Spiel ist "Corpse Craft", welches man leider - oder zum Glück, wie auch immer - nur im Browser spielt. Trotzdem ist es ein unterhaltsames Spiel mit sehr schön gestalteten und sehenswerten Illustrationen. Ähnlich wie bei "Jumpman" bekommt man bei "Corpse Craft" etwas mehr als lediglich eine Kopie althergebrachter Spielprinzipien. Grundsätzlich handelt es sich um ein Strategiespiel, bei welchem es gilt, einen oder mehrere Gegner zu besiegen. In der Schwärze der Nacht befiehlt man eine Armee von Zombies und schickt sie in den Kampf mit der Armee des Gegners. Es gibt unterschiedliche Monster, die jeweils über besonders offensive, defensive oder raffinierte Qualitäten verfügen. Bevor man seine Zombies "generiert", muss man sich allerdings zunächst entsprechende Zaubersäfte "erpuzzeln". Denn das ist das eigentliche Hauptziel des Spiels. Durch geschickte und clevere Klickkombinationen im unteren, abstrakten Spielfeld sollte man möglichst viele Punkte ergattern. Mehr Punkte sind gleichbedeutend mit der Fähigkeit, noch mehr Monster zu kreieren, die man in dem Kampf ziehen lässt. Wichtig in der Hektik des Kampfes ist ein Gespür für die Zeit: Denn wenn die Nacht vorüber geht und der Tag anbricht, gehen alle Monster auf dem Spielfeld zugrunde.

Website: www.kongregate.com/games/tconkling/corpse-craft



Auf der nächsten Seite: The Space Game - Eine kleine Space-Opera






The Space Game - Eine kleine Space-Opera
Ebenfalls im Browser spielt man "The Space Game". In dieser süchtig machenden Weltraum-Simulation gilt es, in einem Asteroidenfeld eine Infrastruktur aufzubauen, um möglichst viele Rohstoffe zu schöpfen und sich gegen Piraten aus dem All zur Wehr zu setzen. Zentral ist dabei die Schaffung von Energielinien, die einzelnen Einheiten mit Strom versorgen. Das sieht auch grafisch reizvoll aus und erinnert an astrologische Zeichen. Sowohl Infrastruktureinheiten wie auch Verteidigungsanlagen lassen sich upgraden und dadurch verstärken. Mehrere unterschiedliche Missionen lockern das Gameplay deutlich auf, mal steht die Ernte der Rohstoffe im Mittelpunkt, mal die Verteidigung gegen schwere Wellen von besonders fiesen Gegnern. Mit der Zeit entwickelt man einen regelrechten Instinkt für die Effektivität einzelner Strukturen, so dass der Kampf gegen die Piraten zügiger und die Qualität der eigenen Raumstation robuster wird. Und dadurch steigt natürlich der Spielspaß.

Website: www.kongregate.com/games/CasualCollective/the-space-game



Ein wenig erinnert "The Space Game" an einen Klassiker der Browsergames: Desktop-Tower-Defense, welches übrigens auch immer gut für einen kleinen "Zock" zwischendurch ist.


Moritz "mo." Sauer ist Musikliebhaber und Internet-Addict mit Herz und Seele. Als freier Journalist und Buchautor betreut der Kölner sein eigenes Netzkultur-MP3-Magazin Phlow. Für intro.de berichtet mo. regelmäßig über neue Web-Trends. Die gesammelten Kolumnen von mo. findet ihr unter
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