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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Sugared

The Crash

Der Sänger als Tennis-Schiedsrichter, das ist neu - sonst gibt er als exzentrischer Despot den Ton ohne Regelbefolgung an, man darf also skeptisch sein, inwieweit er das hinbekommt. Die Kamera fährt langsam um ihn herum, bis der Tennisplatz in seiner ganzen Schönheit vor uns liegt. Und was für ein t
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Der Sänger als Tennis-Schiedsrichter, das ist neu - sonst gibt er als exzentrischer Despot den Ton ohne Regelbefolgung an, man darf also skeptisch sein, inwieweit er das hinbekommt. Die Kamera fährt langsam um ihn herum, bis der Tennisplatz in seiner ganzen Schönheit vor uns liegt. Und was für ein toller, idyllisch im Grünen gelegen. Für diesen Platz kann man sterben. Wahrscheinlich ist sich das gemischte Doppel, das da so euphorisch über den Platz rennt, gar nicht bewusst, was für ein Glück es hat. Das Outfit, so korrekt wie sonst nirgends: ganz in Weiß. Trägt ja sonst niemand mehr. Hat ja auch fast niemand Balljungen. Wir sind also auf einer privilegierten Tennis-Party. Keine Zuschauer, außer uns. Alles scheint friedlich. Und doch kommt es McEnroe-mäßig. Muss ja, wer spielt schon Tennis mit dem Habitus von Golf? Gewinner, Verlierer, Jubel und zertrümmerte Schläger - ja, so kenn ich das aus dem Club in der Stuttgarter Bronx, wo ich meine desillusionierende Jugend verbrachte. Und auch die anschließende Versöhnung unter der Dusche weckt Erinnerungen. Neckischen Blicken folgen kühne Griffe, fröhliches Lachen und manifestierte Begierde, allerdings brav den Duschräumen entsprechend zwischen den zwei Mädchen und den zwei Jungs. Hosen fallen, Tennisbälle kullern ... Zu diesem Manifest der gleichgeschlechtlichen Liebe spielen The Crash unter der Dusche. Und die glücklichen Pärchen verlassen selbige. So unaufgeregt-aufregend wie die Gitarren-Popmusik des Quartetts.