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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Gewinner im Internet

Web 2.0 und so...

Ob Musiker, Filmproduzent oder Schreiber, als Produzent von Inhalten hat man es zunehmend schwerer mit seiner Kunst Geld zu verdienen, sobald sie digitalisiert wurde.
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Ob Musiker, Filmproduzent oder Schreiber, als Produzent von Inhalten hat man es zunehmend schwerer mit seiner Kunst Geld zu verdienen, sobald sie digitalisiert wurde. Von den Inhalten profitieren oft andere: Suchmaschinen und Aggregatoren. Diese Websites erfreuen sich großer Beliebtheit. Schließlich bündeln sie für ihre Besucher die Informationen und bieten zahlreiche hilfreiche Funktionen. Der Produzent geht oft leer aus, kann ohne sie jedoch nicht leben.


 

Als Aggregator bezeichnet man entweder Software-Programme (auch Feedreader oder News-Aggregator genannt) oder Dienstleister, die aus zahlreichen Quellen ein neues Angebot stricken. Bekannte Musik-Aggregatoren sind unter anderem Websites wie The Hype Machine oder Elbo.ws . Diese Websites "bereichern" sich an anderen Websites und stellen die Inhalte neu zusammen. Für Nachrichten bieten zum Beispiel die beiden Services Yahoo! Nachrichten und Google News einen Überblick über mehr als 700 Nachrichtenquellen.

Dope-Dealer für Mediensüchtige


Die Ungerechtigkeit liegt klar vor Augen: Während die einen Inhalte mühsam erstellen, verstehen die anderen diese klar zu bündeln, aufzubereiten und für den Besucher nutzbar zu machen. Services wie RSS, Podcast, individualisierte Startseiten helfen dabei dem "User", der anschließend abhängig wird. Schließlich hängen wir alle mehr oder weniger an unserem Info-Dealer Google, you know what I'm sayin?!? Das wäre noch lange nicht ungerecht, wenn die Aggregatoren von ihren Werbeeinnahmen ein Honorar für die Inhalte durchreichen würden. Machen sie aber nicht und Giganten wie YouTube verstecken sich lieber hinter dem schwammigen Copyright Millenium Act (Wikipedia), anstelle Künstler und Produzenten für ihre genutzten Inhalten zu entlohnen. Oder hat jemand schon einmal gelesen, dass Google die Wikipedia freiwillig unterstützt. Nein, trotzdem bereichert sich die Datenkrake und spuckt bei Suchanfragen wie z.B. definiere CSS, direkt eine Definition der Wikipedia aus. Ein Besuch erübrigt sich dann. Schließlich hat das Orakel geantwortet.

 

Zwickmühle Aufmerksamkeit
 

Alles Jammern hilft natürlich nicht, weil der Endkonsument sich in der Regel über den Komfort freut - verständlich. Er spart Zeit und bekommt hilfreiche Werkzeuge an die Hand, die ihm im Wust der Inhalte Orientierung bieten. Schließlich bin ich selbst Nutznießer solcher Services. Trotzdem missbrauchen die findigen Aggregatoren oft ihre Macht der Aufmerksamkeit. Selbst riesige Konzerne, wie z.B. Universal sehen sich gezwungen Deals mit Aggregatoren einzutüten. Schließlich benötigt man Aufmerksamkeit, um seine Filme zu promoten. Darum findet derzeit noch kein Weg an solchen Websites vorbei, es sei denn, man ist selbst ein Gigant. Wirksam gegen solche Aggregatoren sind nur eigene Netzwerke, die vielleicht irgendwann eine neue Renaissance erleben oder die Aggregatoren werden endlich zur Kasse gebeten.

 


Moritz "mo." Sauer ist Musikliebhaber und Internet-Addict mit Herz und Seele. Als freier Journalist und Buchautor betreut der Kölner sein eigenes Netzkultur-MP3-Magazin Phlow. Für INTRO.DE berichtet mo. regelmäßig über neue Web-Trends. Die gesammelten Kolumnen von mo. findet ihr unter
.: www.intro.de/spezial/webkolumne
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