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Keine Skills am Controller aber La Paloma pfeifen #259

»Papers, Please«

Mit »Papers, Please« ist dem Entwickler Lucas Pope vor vier Jahren ein Spiel gelungen, das auf faszinierende Art und Weise einen hochpolitischen Kontext mit der klassischen Highscore-Jagd verknüpft. Wir haben unseren Videospiel-Laien Carsten Schumacher zum PlayStation-Vita-Release noch einmal in das Grenzhäuschen geschickt und Pässe kontrollieren lassen. 
Geschrieben am
Ah, 1982, das Jahr, in dem »The Number Of The Beast« erschien – ich erinnere mich, als wäre es gestern gewesen. Dann wollen wir mal schauen, wem wir Eintritt in unsere kommunistische Oase gewähren. Ein Hoch auf Österr..., äh, Arstotzka! Und da haben wir auch schon direkt den ersten abgelaufenen Pass. Abgelehnt, zack, Nächster! Einmal wie die Mitarbeiter des Bürgeramts fühlen, wenn ich »Hölle« als Künstlernamen im Pass haben will. Wozu auch Rücksicht auf persönliche Schicksale nehmen? Würde es nur nicht die ganze Zeit Abmahnungen aus dem Faxgerät hageln. Dissidenten und Systemflüchtlinge haben ihre verabscheuungswürdige Illoyalität halt nicht auf die Stirn tätowiert! Immerhin: Mit mir im Grenzhäuschen wäre der Eiserne Vorhang schon zu Beginn der Achtzigerjahre gefallen – who the fuck is Günter Schabowski?!

Wo ist jetzt eigentlich schon wieder das Memo von heute Morgen? Dieses Papierchaos ist schlimmer als auf meinem echten Schreibtisch! Egal, jetzt ist erst mal Feierabend, und es wird abgerechnet. Meine Einkünfte werden direkt von Miete, Medikamenten und Lebensmittelmarken verschlungen. Und andauernd jammert die Familie wegen Krankheit und Hunger. Ey, »Stayin’ Alive« ist ‘82 keine Maxime mehr?! Sind diese Videospiele nicht genau dazu da, um all das Elend zu vergessen und guten, sauberen, eskapistischen Spaß zu haben? Ich bin irritiert. Aber der hämmernde Rhythmus des Passstempels hat mich einfach. Der Beat, zu dem ich vorschriftswidrige Aufenthaltsgenehmigungen zurück in die Durchreiche schiebe. Ich gebe neun von zehn Einreiseanträgen für diesen Rausch der Macht in seinem lustig-bürokratischen Pelzmäntelchen.
Carsten Schumacher ist Chefredakteur des Festivalguide und damit eines ganz sicher nicht: ein Stubenhocker. Seine letzten Videospiel-Erfahrungen machte der Konsolen-Legastheniker in grauer Datasetten-Vorzeit. Beste Voraussetzungen also, um ein möglichst objektives Urteil zu fällen.

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