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Strick-Tick

Tjelma

Der Raum, den man da im Spiegel sieht, ob der hinter den Biegungen genauso weitergeht wie hier auf dieser Seite? Das fragte sich jene Alice, die auch schon hinter puscheligen weißen Kaninchen durch Erdlöcher ins Wunderland entrückte. Und natürlich musste sie feststellen: Hinter den Spiegeln organisi
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Der Raum, den man da im Spiegel sieht, ob der hinter den Biegungen genauso weitergeht wie hier auf dieser Seite? Das fragte sich jene Alice, die auch schon hinter puscheligen weißen Kaninchen durch Erdlöcher ins Wunderland entrückte. Und natürlich musste sie feststellen: Hinter den Spiegeln organisiert sich die Tücke des Objekts, jegliche Ordnung von Raum und Zeit scheint völlig verquer und auf den Kopf gestellt.

Grund genug für Modedesignerin Lisa Winkel, genau dort anzusetzen und ihre Kollektion Frühling/Sommer 08 rund um Lewis Carrols Märchenklassiker "Alice hinter den Spiegeln" zu stricken. Ganz anders als in solch zauberhaften Welten hat Lisa Tjelma Winkel ihr Handwerk und ihre Fähigkeiten allerdings nicht erfunden, sondern es sich von der Pike auf angeeignet. Im finnischen Kotka geboren, wuchs sie in Hamburg und Frankfurt am Main auf, studierte zunächst Visuelle Kommunikation an der HfG Offenbach und wechselte dann an die UdK Berlin in den Fachbereich Bekleidung. Als Studentin der Klasse von Vivienne Westwood lernte sie ihre Liebe zu außergewöhnlichen Stoffen, Verarbeitungstechniken und Farben kennen. Häufige Reisen nach Marokko schärften ihr Stilempfinden nachhaltig. Schon in ihrem ersten Jahr gewann sie einen Jurypreis von Wolfgang Joop, und ihre Diplomkollektion wurde 2004 von Mustang und der Premium Exhibitions ausgezeichnet. Das kreative Umfeld an der Hochschule war Nährboden für ihre sprießenden Ideen, ein perfekter Ort, um auch ihre über die Jahre angebahnte besondere Beziehung zu Strick auszureizen und zu intensivieren.

Herausgekommen ist nach einigen Projekten in Kooperation und nach ihrem Erstlingslabel Antaeos nun Tjelma, das bislang wichtigste Kapitel ihrer Geschichte. Keine Frage, wäre ihr neues Label nicht ein Teil von ihr, hätte sie ihm kaum ihren zweiten Vornamen verliehen. Es ist ihr ernst mit der knapp 60 Artikel umfassenden und zu 80 Prozent aus Strick gefertigten Sommerkollektion; mit ihr definiert sie ihren persönlichen Stil als ein Spiel aus optischen Täuschungen und Illusionen. Eine reduzierte Farbpalette (Taubenblau, Rosé, Creme, Weiß und mattes Rot) und eine exakte Schnittführung lassen die für Tjelma typischen Stricktechniken, Jacquards und Intarsien verblüffend plastisch erscheinen. Kaum gesehen, möchte man die Stoffe am liebsten anfassen und auf der Haut spüren. Das gilt auch für ihre zarten Blusen, lässigen Strickjacken und fließenden Kleider. Allesamt lassen sich bestens mit Hosen, Jacken und Trenchcoats aus der gleichen Kollektion kombinieren. Qualität und Modernität steckten für Lisa Winkel schon immer im Detail, bis in die winzigste Faser bleibt sie deshalb anspruchsvoll und tiefgründig. So wird ihre Kollektion bewusst in einem thüringischen Traditionsbetrieb gefertigt, genäht wird mit italienischem Garn mit Gütesiegel, und genietet wird nur Denim aus wassersparender Herstellung. Wenn es um Verarbeitung und Material geht, lohnt sich immer ein Blick auf die unsichtbare und verborgene Welt hinter der Oberfläche, da ist sie sich sicher. Alice' Neugierde kann sie nur zu gut verstehen.

.: www.tjelma.com :.

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