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Mit Friese & Hölle

Ziegenblut im Dosenbier

Oh Gott, nein! Wenn Hölle auf den Plattenladen zustapft, gehen einige Kunden mittlerweile schon hinter den Indie-Regalen in Deckung. Alle wissen: Gleich spielen wir wieder »Knüppel aus der Box«.
Geschrieben am
[Hölle betritt den Underdog Recordstore und hört vertraute Glocken läuten.] H: Oh, »an ending fitting for the start«! Wenn das nicht der Soundtrack zum traurigsten Ereignis des Jahres ist, Black Sabbaths letztem Konzert überhaupt in ihrer Heimatstadt Birmingham! F: Auch wenn ich diesem Konzert in der Wiege des Metal nicht beiwohnen konnte, so konnte ich ihnen zumindest in Berlin und Köln meine letzte Aufwartung machen und mich nun drüber freuen, die nahezu perfekte Setlist dieser Abende auch daheim rekapitulieren zu können. Die Band war in formidabler Form, und wenn ich die Setlist als nahezu perfekt bezeichne, dann liegt es schlichtweg daran, dass man 50 Jahre einer Band schwerlich perfekt in einen Zweistundenabend pressen kann. H: Ich werde dem nichts hinzufügen und bei solch einem Ereignis schon gar nicht meckern, selbst wenn Ozzy auf »The End« (Eagle Rock) versehentlich Texte von Blümchen ins Mikro gehaucht hätte – das gebietet der Respekt. So, und jetzt hilf mir wieder auf und spiel mal die neue Ur!

Black Sabbath

The End (Live)

Release: 17.11.2017

℗ 2017 BS Productions Limited, under exclusive license to Eagle Rock Entertainment Ltd.

F: Keine Ahnung, wie dir die neue Ur aufhelfen soll. Wenn überhaupt, wird dich dieses tonnenschwere Release erdrücken. »Grey Wanderer« (Droneburg) hat den Sound, den sich der Balrog bei seiner Existenzkrise nach seiner Niederlage gegen Gandalf angehört hat. Hoffnungslos, schleppend, gewaltig. H: Du sollst mir aufhelfen, weil ich hier immer noch vor Black Sabbath knie, aber jetzt lass auch gut sein, ich wälze mich einfach in den tiefen Frequenzen der Band aus Leipzig und robbe von meiner »Sunn O)))« genannten Lieblingsposition Richtung Sludge. 

Droneburg Records (Broken Silence)

Grey Wanderer

F: Nach so viel Einigkeit kommen wir jetzt zu einer Platte, an der sich mit Sicherheit unsere Geister scheiden werden: The Body & Full Of Hell mit »Ascending A Mountain Of Heavy Light« (Thrill Jockey). Als Grönemeyer »Was soll das?« sang, hatte er bestimmt nicht diese Platte im Sinn, aber mir geht jetzt dieser blöde Ohrwurm nicht mehr aus dem Kopf. Danke dafür. Mir ist diese Jazz/Electro/Grind-Verhackstückung ein Rätsel. Irgendwo stelle ich mir gerade Alec Empire mit neuen langen Haaren vor, die er vor Begeisterung schüttelt. H: Für Digital Hardcore wäre es ja zu doomig, aber an extrem verstrahlte Aggro-1990er musste ich auch denken. Und die steht hier im Laden jetzt bei Thrill Jockey neben Tortoise-Platten? Ich denke, du magst keine Kunst-Scheiße! Das hier hat aber auch keinen Schweiß in der Kutte. F: Einen kleinen Moment, ich hole nur mal schnell meinen Taschenrechner raus und berechne die Kunst-vs.-Authentizität-Relation. Ah ja, wie ich es vermutet hatte: Dieser Platte fehlt es an nachvollziehbarer Wut und glaubwürdigem Hass. 

The Body & Full of Hell

Ascending a Mountain of Heavy Light

Release: 17.11.2017

℗ 2017 Thrill Jockey Records

Ganz im Gegensatz zu All Pigs Must Die und ihrer LP »Hostage Animal« (Southern Lord) – Junge, sind die herrlich angepisst. Das knallt einem ab der ersten Sekunde ins Gesicht. H: Die Hardcore-Supergroup hat sich für diese dritte Platte auf fünf Mitglieder erweitert. Für Liebe ist hier wirklich kein Platz, diese Musik ist mit der Nagelpistole geschrieben. Können wir gleich mal zur Entspannung Slayer hören? F: Alter Romantiker. Das ist aber tatsächlich eher die Antithese zu Julia Engelmanns vertonten Wand-Tattoos. 

All Pigs Must Die

Hostage Animal

Release: 27.10.2017

℗ 2017 Southern Lord Recordings

H: Nimm halt »Exterminator« (Listenable), die zweite LP von Night Viper, und bring etwas Wärme zurück in mein Leben. Sie sind tighter geworden, würde ich meinen. Man hört, sie haben den frühen Hetfield in ihr Herz geschlossen. F: Ich liebe Night Viper. Die damalige personelle Überschneidung mit Horisont durch Tom Sutton hatte mich direkt mit der ersten 7" auf sie aufmerksam werden lassen. Aber schon beim ersten Konzert haben sie die klassische Retro-Rock-Schublade für mich gesprengt, denn Night Vipers Lebenselixier ist in der Tat »Kill Em All«. Zwei Dosenbier für ein Hallelujah. H: Das Flitzefinger-Riffing passt, aber natürlich fehlt hier der Rumpel-Einfluss von Motörhead und Venom, den die erste Metallica bietet. Wobei mir einfällt: Wusstest du, dass gerade die klanglich aufpolierte dritte Metallica, also so gesehen die »Remaster Of Puppets«, erschienen ist? Nur so als Sammler-Info, ich will jetzt nicht wieder tiefer in den 1980er-Keller steigen.

Night Viper

Exterminator

Release: 20.10.2017

℗ 2017 Control

Lass uns lieber weiter die Frischlinge der Retro-Liga feiern und die »Twentylastcentury« (This Charming Man) von Toxic Shock rausholen. Die wurde lustigerweise von Flemming Rasmussen produziert! F: TCM hat sich in den letzten Jahren wirklich die Rosinen aus dem zeitgenössischen 1980er-Metal-Pool gepickt. Bis auf Dust Bolt. Aber auch Toxic Shocks neues Album steht auf Augenhöhe mit zumindest allen Metal-Veröffentlichungen dieser Tage, die augenzwinkernd oder auch bierernst dem 1980er-Thrash in all seinen Facetten huldigen. H: Die Shouts, das Riffing, der an Suicidal Tendencies erinnernde Gesang – einfach der Hammer! 

This Charming Man (Cargo Records)

20 Last Century

Apropos Hammer, mir hat vor ein paar Wochen eine Band aus Hamm eine recht gut produzierte Stoner-Platte geschickt. Enojado heißt die Band und »Mist & Thunder« (Black Desert Inn) die Platte – leg die doch mal auf. F: Oha. Da hätte ich jetzt kein Pfund Wüstensand drauf gewettet, dass das keine Band aus dem Sky Valley ist. Beeindruckend guter Sound. Vom Songwriting noch etwas generisch, aber definitiv nicht schlecht. Ihre Hausaufgaben haben sie allemal gemacht. 
H: Oh, Friese, ich muss los, tu mir mal die »X-Mas Death Jazz« (Gentle Art Of Music) von Panzerballett, die Kinder sollen noch Weihnachtslieder üben! F: Ich dachte, du magst die Kleinen?

Panzerballett

X-Mas Death Jazz

Release: 24.11.2017

℗ 2017 Gentle Art Of Music

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