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Asse im Ärmel

Wildes im Interview

Die allerersten Shows sind für Musiker in aller Regel Horrorerinnerungen. Nicht so bei der Britin Ella Walker alias Wildes: Ihr Live-Debüt gab sie tatsächlich beim wichtigen Eurosonic Festival, und es geriet zu einer umjubelten Messe. Grund genug, die junge Musikerin ein wenig besser kennenzulernen.
Geschrieben am
Es gehört Mut dazu, seinen allerersten Auftritt ausgerechnet auf das Eurosonic zu terminieren. Mut – oder auch Selbstvertrauen. Das darf Ella Walker alias Wildes angesichts der euphorischen Reaktionen ob ihrer ersten Singles »Illuminate« und vor allem »Bare« durchaus haben. Schließlich klingen die beiden verhallten Dream-Pop-Stücke mit Referenzen an Daughter und SOAK nach vielem Großartigen, aber nicht nach einem Newcomer-Act. Andererseits – obwohl die Britin gerade mal 19 Jahre alt ist, entpuppt sie sich als hartgesotten. »Wir hatten nur fünf Tage Zeit für die Proben. Von so vielen tollen Musikern umgeben zu sein, hat mir viel Selbstbewusstsein gegeben«, beschreibt sie die Ausgangslage, die eigentlich nur Fortgeschrittenen vorbehalten ist.

Tatsächlich gerät ihre Eurosonic-Show in einer Groninger Kirche zu einer rauschenden Messe. Auch dank ihrer Band, bestehend aus Mitgliedern von The Staves, Bombay Bicycle Club und Lucy Rose, mit denen sie sich erst im Dezember zusammenfand. Die knappe, vom Festival vorgegebene Spielzeit reizte Wildes noch nicht einmal aus. Auch das entpuppt sich als eine von Walkers weisen Entscheidungen: »Wir hatten ein längeres Set vorbereitet, haben uns aber kurzfristig entschieden, ein paar Songs auszulassen. Es war eine schwierige Entscheidung, weil sie alle toll klingen. Aber ich möchte einfach noch nicht alle Karten auf den Tisch legen.« An den nächsten aufzudeckenden Karten tüftelt Walker gerade. Sie schreibt ihre Songs und Texte allein, bevor sie diese der Band vorlegt. Die nächsten Schritte sind ein Video und eine EP, bevor Wildes mit Band eine Show für die anstehenden Live-Aufgaben entwickeln wird. Und was ist mit einem Album? »Das Album ist noch nicht fertig! Nach ›Bare‹ und ›Illuminate‹ hätte ich zwar schon weitere Tracks veröffentlichen können. Aber ich möchte, dass die Leute meine Musik zur richtigen Zeit hören. Ich bin ja ganz neu im Geschäft. Doch es wird nicht mehr allzu lange dauern!«
Wie du dir vielleicht denken kannst, wissen wir nicht viel über deinen musikalischen Werdegang. Kannst du uns etwas über deine ersten Schritte als Musikerin erzählen? 
Als ich ungefähr 14 Jahre alt war, habe ich meine ersten ernsthaften Songs und Texte geschrieben. Vorher war das eher eine Spielerei, bloß ein Hobby, das ich mit ein paar Schulfreunden teilte. Die haben mich ermutigt, Instrumente auszuprobieren, erst die Gitarre und später das Klavier. Mit ihnen zu schreiben und aufzutreten hat mir klargemacht, wieviel Freude mir Musik bringt, und ich fing an, selbstständig Musik zu machen.

Ist es wirklich wahr, dass das Eurosonic-Konzert dein erster Auftritt war? Warum ausgerechnet bei dieser wichtigen Gelegenheit? Und wie fandest du das Festival generell? 
Ja, tatsächlich! Das Eurosonic war meine erste Live-Show. Wir hatten vorher auch nur fünf Tage Zeit, um zu proben. Aber ich liebe das Eurosonic. Die Atmosphäre ist einzigartig, die Zuschauer saugen neue Musik auf wie sonst nur bei ganz wenigen Festivals. Es ist eine besondere Plattform für Newcomer, und als das Eurosonic mir den Gig angeboten hat, habe ich sofort zugesagt. Obwohl es natürlich eine ungewöhnliche Wahl für ein Debütkonzert ist, mochte ich die Herausforderung, vor einem fremden Publikum zu spielen. Es war eine Ehre, vor solchen aufmerksamen Zuschauern in dieser Location aufzutreten.

Dein Konzert in der Kirche beim Eurosonic war großartig, ebenso gut wie deine ersten veröffentlichten Songs.
Die Reaktionen während und nach der Show waren fantastisch! Die wunderschöne Venue war natürlich ein Vorteil, obwohl ich zunächst Bedenken wegen des sehr großen Raumes hatte. Zum Glück war der Saal voll, die Menge wirklich aufgeschlossen und ermutigend. Ich würde nichts an dem Gig ändern wollen.

Wer sind die anderen Typen in deiner Band? Arbeitest du auch mit ihnen, wenn du deine Songs schreibst und aufnimmst?
Cyrus, Alex und Suren heißen diese drei großartigen Musiker, mit denen ich live spiele. Wir haben uns tatsächlich erst im Dezember getroffen und hatten ein paar Proben. Aber sie waren meine Traumzusammenstellung, seitdem ich über eine Band nachgedacht habe. Ich schreibe meine Texte und Musik selbst, aber die Jungs haben mir geholfen, die Live-Show drum herum zu bauen. Sie gaben mir die Gewissheit, dass wir etwas Spektakuläres erschaffen können.

Du hast ein paar sehr spannende Playlists auf Spotify veröffentlicht. Das macht den Eindruck, dass du eine große Musikliebhaberin bist. Haben andere Acts einen direkten Einfluss auf deine Musik?
Total. Alles, was ich mache, ist angeregt von dem, was ich höre und sehe. Die Spotify-Playlists sind in meinem persönlichen Schreibprozess sehr hilfreich, ich ziehe daraus Konzentration und Inspiration. Gerade liebe ich die Texte und Vocals von Weyes Blood, Cote und Father John Misty. Außerdem Samphas Klavierballaden. Blaenavon und Sundara Karma haben beide unglaublich viel Gefühl und Emotion in ihren neuen Songs. Es hilft mir auf jeden Fall, meine eigene Musik weiterzuentwickeln. Mal ist es eine Textzeile, mal ein Gitarrenriff, mal ein Albumcover, das ich liebe und das mich dann inspiriert.

Was ist der beste unbekannte Act, den du gerade empfehlen kannst?
Gute Frage. St. Francis Hotel haben ein paar Singles rausgebracht und ich finde sie sehr unterbewertet. Hör dir mal »You’d Gotta Be Alive« und »Stay As You Are« an. Das sind hervorragende, düstere Produktionen, eine starke Stimme, die gute Texte mit cleveren Melodien singt, und schmuddelige Gitarren-Sounds, die hier und da reingeworfen werden. Ich finde sie brillant.

Hast du schon eine Verbindung zu einem Label? Arbeitest du an einem Debütalbum, oder ist es sogar schon fertig?
Meine letzten Lieder habe ich über Hometown Records veröffentlicht. Das ist ein großartiges Label, mit dem ich an weiteren Releases arbeite. Zurzeit bin ich aber nirgendwo unter Vertrag. Ich schreibe und arbeite immer an neuer Musik, aber ein Album ist noch nicht fertig.

WILDES

Illuminate - Single

Release: 23.05.2016

℗ 2016 Hometown Records

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