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Und weitere Filmstarts und Trailer der Woche

»Wacken 3D«

Immer Donnerstags präsentieren wir euch die wichtigsten neuen Kinostarts und die dazugehörigen Trailer.
Geschrieben am

»Wacken 3D«

 

Norbert Heitkers hagiografische Dokumentation badet in der Rudelidylle rund um die jährlichen Feierlichkeiten im Metal-Mekka. Sein Film über die Faszination der Eingefleischten ist keine Fortsetzung von »Full Metal Village« mit anderen Mitteln.

 

Mit Distanz hat »Wacken 3D« wenig zu tun. Anders als der preisgekrönte Heimatfilm »Full Metal Village« wurde Norbert Heitkers Doku direkt für die Metal-Szene gedreht. Der fühlt sich offenbar auch das gesamte Filmteam zugehörig. »Wir hätten Konflikte inszenieren müssen, um sie im Film unterbringen zu können«, lässt der Produzent ausrichten. Tatsächlich zeichnen die meisten Bilder ein zwischenmenschliches Idyll, das man sich so auf anderen Festivals nur wünschen könnte. Der ungehobelte Charme der fröhlich betrunkenen Fans steht im Vordergrund, zumal der Stereotyp vom lammfrommen Metalhead mit dem menschenfeindlichen Musikgeschmack inzwischen auch folkloristisch arriviert ist. Selbst der Dorf-Edeka und die Feuerwehrkapelle von Wacken sind mittlerweile schon so oft in der Bild-Zeitung aufgetaucht, dass man sich fragen könnte, wie viel Mediengekuschel die Subkultur noch vertragen kann.

Für diese Frage interessiert sich »Wacken 3D« allerdings weniger. Warum auch, solange es noch Protagonisten wie Alice Cooper, Scott Ian und Biff Byford zu interviewen gibt? Genau wie die eingespielten Konzertausschnitte machen diese Gesprächsausschnitte aber einen willkürlich gewählten und unerheblichen Eindruck, und auch die im Film vorgestellten Fans können nicht gerade mit ungewöhnlichen Einsichten auftrumpfen. Kurz wird es einmal ungemütlich, als sich drei Besucherinnen aus den USA über die Show-us-your-tits-Vorschläge beschweren, die an sie herangetragen werden, aber dann flitzt auch schon wieder Edelfan Micha mit seiner Mötley-Crüe-Verkleidung vor die Kamera und grinst in den Sonnenuntergang. Die besten Szenen sind tatsächlich die, die ohne Kommentar und ohne 3D-Effekte auskommen. Was sich im Wackener Freibad abspielt, ist schwer in Worte zu fassen, erinnert aber zu gleichen Teilen an Kindergeburtstag und Hieronymus Bosch. Auch der internationale Battle mit Bands aus Rumänien, Uruguay und der Mongolei lässt sich gut an, zumal es dort am Schluss ein bisschen nach Vorteilsnahme und undurchsichtigen Entscheidungen riecht. Im Endeffekt geht es »Wacken 3D« aber eher um die Berichterstattung als um den Kommentar. Anders als bei »Full Metal Village« wird die Schrulligkeit der Szene auch nicht so inszeniert, dass das Geheimnis der Veranstaltung gewahrt bleiben könnte: Am Ende der Huldigung vermittelt sich vor allem die Erschöpfung der Festivalbesucher und der Filmemacher. Und der Verdacht erhärtet sich, dassWacken und die Fußball-WM im selben Jahr vielleicht auch ein bisschen viel »verrückt im positiven Sinne« sein könnten. (Text: Alexander Dahas)

 

– »Wacken 3D« (D 2013; R: Norbert Heitker; Kinostart: 24.07.14)

 

 

Auf der nächsten Seite gibt's weitere Filmstarts der Woche.

»Monsieur Claude und seine Töchter«

 

Claude und Marie Verneuil wohnen in der französischen Provinz, sind stolze Eltern von vier bildhübschen Töchtern und große Freunde von Tradition. Als sich die ersten drei Töchter nach und nach mit einem Muslim, einem Juden und einem Chinesen verheiraten, gerät das Familienidyll ins Wanken. So wird jede Feier zu einem interkulturellen Minenfeld und Claudes Toleranzgrenze wird bis zur Schmerzgrenze ausgereizt. Bis die vierte Tochter Laure ihren Verlobten vorstellt. Ein französischer Katholik ist er, aber senegalesischer Abstammung. Das ist zu viel für die Eltern und Claude platzt der Kragen. »Monsieur Claude und seine Töchter« ist eine Multikultikomödie, die der Gesellschaft den politisch korrekten Spiegel vorhält und über sich selbst lachen kann. Der Streifen ist jetzt schon einer der erfolgreichsten, französischen Kinofilme aller Zeiten. (Text: Fiete Oberkalkofen)

 

 

»Feuerwerk am hellichten Tage«

 

Mit einer abgetrennten Hand, die auf einem Fließband eines Kohlewerks gefunden wird, fängt es an. Weitere Leichenteile folgen und der Polizist Zhang Zili ermittelt und findet bald auch einen Tatverdächtigen. Als er diesen mit mehreren Kollegen festnehmen will, werden alle, außer Zili, niedergeschossen. Daraufhin verliert er seinen Job und auch seine Ehe geht in die Brüche. Fünf Jahre später werden wieder Leichenteile auf Kohlewaggons gefunden und Zili darf den Fahndern bei der Ermittlung helfen. Schnell entdeckt er eine Verbindung zwischen den Morden und der Witwe des Mordopfers von einst. Nach und nach verfällt der ehemalige Kommissar ihrer Schönheit und private und berufliche Interessen verschwimmen zunehmend. Der, mit dem Goldenen Bären der Berlinale ausgezeichnete, chinesische Film-Noir-Krimi zeigt ein anmutiges Bild der trostlosen Provinz, die einen krassen Kontrast zu den immer schneller wachsenden Mega-Städte bildet. (Text: Fiete Oberkalkofen)

 

 

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